Industrie: Einwegabgabe wäre Belastung für Wirtschaft und Konsumenten

IV-Vize-GS Koren: Zwangssystem ohne ökologische Notwendigkeit kommt nicht in Frage - Ottakringer-GD Menz: Abgabe wäre mit enormem Aufwand verbunden

Wien (OTS/PdI) - Als "Belastung für Wirtschaft und Konsumenten
ohne jede ökologische Notwendigkeit" bezeichnet die Industriellenvereinigung (IV) Überlegungen zu einer Einweg-Zwangsabgabe im Zuge der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG). "Bei allen Verdiensten der Abfallwirtschaft in den vergangenen 20 Jahren ist die Grenze der Bürokratie und Reglementierung erreicht. Ein Zwangssystem einer neu eingeführten Abgabe auf Einweggebinde kommt vor diesem Hintergrund für die Industrie nicht in Frage", so IV-Vize-Generalsekretär Mag. Peter Koren heute, Mittwoch.

Das derzeit diskutierte Modell einer Lenkungsabgabe geht davon aus, dass mit den pro Einweggebinde einzuhebenden 20 Cent die Verbreitung von Mehrweggebinden unterstützt werden soll. "Das würde beispielsweise bedeuten, dass es für Getränke, die derzeit zwischen 40 Cent und 1 Euro kosten, zu einer Verteuerung von rund 20 bis 50 Prozent kommt", sagte Koren. Gesamtwirtschaftlich würden sich diese "nur scheinbar geringen Beträge" für die Konsumenten stufenweise auf rund 300 bis 600 Millionen Euro pro Jahr summieren.

Mag. Siegfried Menz, Generaldirektor der Ottakringer Getränke AG, macht als Vorsitzender des Umweltpolitischen Ausschusses der IV klar, was eine solche Maßnahme für die Praxis von Getränke abfüllenden Unternehmen bedeuten würde: "Über Jahre hat sich die Getränkeindustrie mit ihren Produktions- und Vertriebsstrukturen an die Konsumentenwünsche angepasst. All dies wieder umzukehren wäre mit einem enormen logistischen, technischen und letztlich finanziellen Aufwand verbunden - dies den Konsumenten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zuzumuten ist gelinde gesagt skurril."

Angesichts der drohenden Kosten stelle sich die Frage nach der Motivation einer solchen Regelungswut. "Die Vorstellung mit Mehrweggebinden einen substantiellen ökologischen Mehrwert zu schaffen ist längst widerlegt", betonte Koren. Aufgrund der ökologisch ständig optimierten Verpackungen könnten in den Ökobilanzen kaum noch signifikante Unterschiede von Ein- und Mehrweggebinden festgemacht werden. "Anstelle sich ideologisch motiviert an längst überholten Modellen zu orientieren ist es notwendig in die Zukunft zu blicken und die stetige Weiterentwicklung der Verpackungen Hand in Hand mit der Abfallwirtschaft im Auge zu haben", so der IV-Vize-Generalsekretär abschließend.

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