"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Doppelt daneben"

Die ÖVP wollte die FPÖ mit deren Waffen schlagen. Das konnte nicht gut gehen.

Wien (OTS) - Was ist hängen geblieben vom ÖVP-Wahlkampf in der Bundeshauptstadt Wien? Abgesehen vom Frischen-Wind-Plakat mit Bürgermeister Häupl waren das Burka-Verbot, Arbeitspflicht für Mindestsicherungs-Bezieher und die mangelnden Deutschkenntnisse der Schüler. Diese schlichte Themenliste erinnert verdammt an die FPÖ. Genau das war das Problem der ÖVP am Sonntag. Einfache Botschaften, konzentriert auf Ausländer und Sozialmissbrauch, darin sind die Blauen Meister. Wer für so etwas empfänglich ist, wählt Strache, nicht Marek. Man geht zum Schmied und nicht zum Schmiedl. Und die anderen, die an inhaltlicher Politik interessiert sind, werden von solchen Botschaften abgeschreckt.
Also doppelt danebengegangen. In den sogenannten bürgerlichen Bezirken sind die Wähler der ÖVP in Scharen davongelaufen. Zehn Prozent Verlust im ersten, mehr acht Prozent Minus im noblen 19. Und keine Rede von Zugewinnen in den klassischen Arbeiterbezirken, wo die SPÖ ganz massiv verloren hat.
Dabei gab es durchaus richtige Ansätze: Das Bildungsthema gehört wirklich zu den wichtigsten Fragen in dieser Stadt. Dass viele Schüler schlecht Deutsch können, weiß man. Interessant wären Lösungsvorschläge.

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