Handelsverband: Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Gehalt ist Schuss nach hinten!

Mumelter: Wir müssen etwas für die Jungen tun und brauchen echte Kollektivvertragsreform

Wien (OTS/PdH) - "Bei einer Veranstaltung der Arbeitkammer Oberösterreich in Linz zum Thema Arbeitszeitverkürzung wird entweder völlige Realitätsverweigerung betrieben oder absichtlich Verwirrung gestiftet, wenn AK OÖ Präsident Johann Kalliauer 'statt der von der Wirtschaft geforderten einseitigen Flexibilisierung eine effektive Arbeitszeitverkürzung ohne Einkommensverlust' fordert", erklärt Dr. Stefan Mumelter, Geschäftsführer des Österreichischen Handelsverbandes. "Der Wirtschaft und insbesondere dem österreichischen Einzelhandel geht es nicht darum, durch Entrümpelung des anachronistischen Mehrstundenzuschlagswesens Überstunden attraktiver zu machen, sondern für die heimischen Unternehmen Rahmenbedingungen zu schaffen, die ihnen durch entsprechende Flexibilität Erfolg im Wettbewerb ermöglichen", so Mumelter.

Das nütze immer auch den Beschäftigten. Letztlich habe man nämlich immer das Marktumfeld, im Falle des Einzelhandels also auch das Konsumverhalten im Auge zu behalten. Denn am Ende zahlen die Rechnung teurer Arbeitsstunden immer die Konsument/innen. Es bedürfe also lebensnaher und einfach administrierbarer Regelungen. "Das kann im Ergebnis natürlich auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen, denn den Unternehmen geht es nicht darum, die Leistung mit möglichst wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erbringen", erklärt Mumelter: "Aber Arbeitszeitverkürzungen bei gleichem Gehalt können sich nicht ausgehen." Womit sollten in dem Fall neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlt werden? Letztlich ginge das gegen neue -nicht zuletzt auch jüngere - Mitarbeiter/innen und Berufseinsteiger/innen. "Klassisch ein Schuss, der nach hinten losgeht", so Mumelter.

"Aber gerade für die jüngeren Mitarbeiter/innen etwas zu tun, ist eine Gebot der Stunde", ist Mumelter überzeugt. Mit der Eröffnung eines "Tages der Lehre" im Wiener MAK durch die Minister Mitterlehner und Hundtsorfer dürfe sich die Lehrlingspolitik in Österreich nicht erschöpfen. "Nicht nur wir im Handel brauchen dringend gute junge Leute. Dazu bedarf es einer Erhöhung der Einkommensgerechtigkeit und einer Anhebung der Gehälter für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger bei gleichzeitiger Abflachung der Einkommenskurve", fordert Mumelter. Es sei dem Handel klar, dass dies in einer Übergangsphase durchaus auch etwas kosten werde. Trotzdem sei dies ein wesentlicher Bestandteil einer echten Kollektivvertragsreform.

"Also lasst uns nicht denselben Fehler wie bei der Hacklerregelung machen und eine nett klingende, aber unausgegorene Idee festschreiben, die im Ergebnis völlig unerwünschte und nicht zu finanzierende Auswirkungen zeitigt", warnt Mumelter. Das könne sich Österreich einfach nicht leisten.

Der Handelsverband wurde vor neunzig Jahren gegründet und ist heute eine freiwillige Interessenvertretung von mehr als 150 großen Handelsbetrieben in Österreich. Er nimmt die Funktionen eines Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitgeberverbandes wahr. Darüber hinaus versteht sich der Verband als handelsorientiertes Dienstleistungszentrum und als branchenübergreifendes Wirtschaftsforum sowie Plattform für den politischen, rechtlichen und technologischen Dialog und Informationstransfer. Mit Richtlinien, Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der Konsument/innen zum Handel.

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