Rund 300 Teilnehmer bei Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich in Murau

"Tag der Kleinwasserkraft in der Steiermark" findet am 7. Mai 2011 statt

Murau (OTS) - Die aktuellen Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss, bildeten die Schwerpunkte der Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich am 8./9. Oktober in der WM-Halle im steirischen Murau. Die heimischen Kleinwasserkraftwerksbetreiber sind derzeit vor allem mit der dringend erforderlichen Anpassung des Ökostromgesetzes konfrontiert. Darüber hinaus brennen ihnen die Wasserrechtsgesetz-Novelle sowie der "Kriterienkatalog Wasserkraft" unter den Fingernägeln.

Die Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich fand heuer am 8./9. Oktober in der WM-Halle in Murau statt. Mag. Bernd Lippacher, Landessprecher von Kleinwasserkraft Österreich für die Steiermark, erläutert den Stellenwert der Branche: "In der Steiermark gibt es derzeit rund 440 anerkannte Kleinwasserkraftwerke, die etwa 387.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Im Vergleich zur Stromproduktion aus fossilen Energieträgern werden so pro Jahr 948.000 Tonnen CO2 eingespart. Mit rund 1,35 Mrd. kWh jährlich ist die Steiermark nach Tirol das Bundesland mit der zweitgrößten Energieerzeugung aus Kleinwasserkraft." Insgesamt speisen in Österreich rund 2.600 Kleinwasserkraftwerke ins öffentliche Netz und decken so etwa neun Prozent des heimischen Strombedarfs. Dies entspricht dem Stromverbrauch von ca. 1,6 Mio. Haushalten.

Aktuelle Herausforderungen der Kleinwasserkraft

"Unsere Mitglieder sind mit ständig neuen Herausforderungen und sich permanent ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert", gibt Christoph Wagner, Präsident von Kleinwasserkraft Österreich, zu bedenken. "So sind die Kraftwerksbetreiber derzeit etwa mit einer Wasserrechtsgesetz-Novelle und der Erstellung des 'Kriterienkatalogs Wasserkraft' befasst. In diesem Zusammenhang ist entscheidend, dass die ohnehin schwierige Genehmigungspraxis nicht weiter erschwert, sondern erleichtert wird."

Vor allem brennen der Branche aber Probleme mit dem bestehenden Ökostromgesetz unter den Fingernägeln. "Wenn es hier nicht bald eine Gesetzesanpassung gibt, droht sowohl beim Neubau als auch bei den Revitalisierungen ein Stopp und somit eine Investitionsblockade. Um das zu verhindern, muss jedenfalls der Förderdeckel für die Kleinwasserkraft angehoben werden." Wagner erläutert weiter, dass sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, dass vor allem für kleinere Anlagen und für Revitalisierungen der Investitionszuschuss kein geeignetes Anreizsystem darstellt. Daher brauchen die Betreiber die Möglichkeit, wahlweise eine Tarifförderung in Anspruch nehmen zu können. "Es muss uns im Sinne unserer zukünftigen Energieversorgung gelingen, das Ökostromgesetz so zu gestalten, dass wir damit langfristig und kontinuierlich die vorhandenen Potentiale der Kleinwasserkraft nutzen können. Schluss mit der Stopp-and-Go-Dynamik bei der Ökostromförderung!", fordert Wagner.

"Tag der Kleinwasserkraft in der Steiermark" am 7. Mai 2011

Um die Bevölkerung hautnah über die Vorteile der Energiegewinnung aus Kleinwasserkraft zu informieren, findet am Samstag, den 7. Mai 2011 erstmals ein "Tag der Kleinwasserkraft in der Steiermark" statt. Landessprecher Lippacher erklärt den Hintergrund: "Wir möchten möglichst viele Leute dazu bewegen, an diesem hoffentlich schönen Tag einen Ausflug zu einem nahe gelegenen Kraftwerk zu machen, um dort spannende Einblicke in die Welt der Stromerzeugung aus Kleinwasserkraft zu erhalten."

Der "Tag der Kleinwasserkraft in der Steiermark" ist nicht die erste Gelegenheit, mit der die dortige Branche vor den Vorhang tritt. Denn im Juni 2009 wurden die "Steirischen Schaukraftwerke" eröffnet. Im Auftrag des Landes Steiermark hatte Kleinwasserkraft Österreich zehn über das ganze Bundesland verstreute Anlagen mit Schautafeln und zum Teil mit Energie-Ratespielen ausgestattet. Nach Anmeldung können Besucher dort seither bei Führungen und in persönlichen Gesprächen mit den Betreibern Kleinwasserkraft hautnah erleben. Weitere Informationen zu den "Steirischen Schaukraftwerken" finden Sie auf der Website von Kleinwasserkraft Österreich (www.kleinwasserkraft.at -> Zahlen & Fakten -> Bundesländer -> Steiermark).

Branchen-Treffen mit hochkarätigen Referenten und interessantem Rahmenprogramm

Bei der Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich referierten ausgewiesene Experten über Fischaufstiegshilfen in Planung und Praxis, innovative Nutzungen von wertvollen Wasserkraftpotenzialen, über den rechtlichen Dschungel, in dem sich die Kleinwasserkraft bewegt - aber auch über die "Energievision Murau", also die ehrgeizigen Energieziele, die in der Region, in der die Tagung statt findet, verfolgt werden. Ein Highlight bildete der Themenblock über die gesellschaftspolitischen Aspekte dezentraler Energieversorgung, bei dem bekannte Fachleute wie Brigadier Gerald Karner die Herausforderungen der zukünftigen Energiepolitik beleuchteten und zur Diskussion stellten. Eine begleitende Fachausstellung über Neues und Wissenswertes aus der Branche rundete das Programm ab. Als besonderes Highlight sprach Ski-Legende Thomas Sykora über "Der Schwung im Leben - Wege zum Erfolg". Darüber hinaus warteten auf die rund 300 Teilnehmer aus ganz Österreich wieder interessante Exkursionen. Diese führten zu den Kleinwasserkraftwerken Murau-St. Egidi, Rantenbach und Hinteregg 1.

Kleinwasserkraft Österreich bedankt sich bei den zahlreichen Sponsoren der Jahrestagung, allen voran bei der Andritz Hydro GmbH, der Brauerei Murau, der Duktus Tiroler Rohrsysteme GmbH, dem LandesEnergieVerein Steiermark sowie der Murauer Stadtwerke GmbH.

Fotos auf Anfrage.

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Kleinwasserkraft Österreich
Mag. Claudia Aigner
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Mail: c.aigner@kleinwasserkraft.at
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