"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Wien braucht Visionen, Herr Doktor Häupl"

Schlechte Comics aus der Vergangenheit sind kein Ersatz für Zukunftsthemen.

Wien (OTS) - Wir haben einiges gelernt in diesem Wiener Wahlkampf. Herr Strache macht regelmäßig einen Drogentest, Frau Marek und Frau Vassilakou wollen Vizebürgermeisterin werden, und dem Bürgermeister steht die Kronenzeitung näher als das Bundesheer. Aha.
Ausgerechnet am Freitag vor der Wahl sprach Michael Häupl das erste Mal über das einzig wichtige Thema, angeregt vom Moderator des Frühstücksfernsehens im Privatsender PULS 4. Wie soll denn Wien in zehn Jahren aussehen, lautete die einfache Frage.
Da sprühte der Bürgermeister trotz der frühen Morgenstunde. Wien brauche die besten Schulen, die besten Unis und die besten Forschungseinrichtungen. Das alles verknüpft mit der Wiener Wirtschaft.
Klingt zukunftsweisend. Aber was tut die Stadt dafür? Und was tut das SPÖ-Schwergewicht Häupl dafür, dass dieses klare Bekenntnis zu Eliteeinrichtungen von der Bundesregierung umgesetzt wird? Und welche Maßnahmen werden gesetzt, dass die Stadt Wien wieder Europa-Zentralen internationaler Konzerne anzieht? Zuletzt sind ja eher welche abgewandert.
Was für die globale Wirtschaft generell gilt, das gilt auch für eine Stadt wie Wien: Die Konkurrenz wird härter, andere locken mit Steuererleichterungen, Ansiedlungsprämien und modernen Bildungseinrichtungen. Und wir diskutieren über Steuererhöhungen, Zuwanderungsbeschränkungen und stecken Milliarden in einen sinnlosen Koralmtunnel statt in die Forschung.
Es wird Zeit, dass Visionen umgesetzt werden.

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