Kärnten: Heimatbewusstsein hochhalten und Zukunftschancen nützen

Festsitzung im Landtag - LH Dörfler und Landtagspräsident Josef Lobnig würdigten die großen historischen Leistungen und Verdienste

Klagenfurt (OTS/LPD) - Mit der Festsitzung des Kärntner Landtages und der Kärntner Landesregierung begann heute, Freitag, der Reigen der offiziellen Festveranstaltungen rund um den 90. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung von 1920. Das klare Votum für Kärnten und für Österreich sei das Fundament des heutigen Österreichs, betonten Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Landtagspräsident Josef Lobnig in ihren Ansprachen. Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und öffentlichem Leben nahmen am Festakt im Kärntner Landtag teil.

Der Landeshauptmann wies auf die enorme Bedeutung von Abwehrkampf und Volksabstimmung für Kärnten und für Österreich hin. Ohne Volksabstimmung würde es dieses Österreich so nicht geben, denn viele Länder waren damals daran, sich von der jungen Republik abzusetzen. "Wir haben großen Respekt vor den Verantwortlichen jener Zeit, wie Lemisch, Hülgerth und weiteren zu haben", so Dörfler.

Weiters betonte der Landeshauptmann das gute Miteinander mit der Volksgruppe. Kärnten habe bereits von der EU dafür ein gutes Zeugnis für seine Volksgruppenpolitik erhalten. Bedauert wurde, dass die Volksgruppe in ihrer Vertretung nicht immer gemeinsam auftrete. Sehr viel sei gemeinsam für Südkärnten geschaffen worden, erwähnte Dörfler auch als Beispiel das Gesetz für die zweisprachigen Kindergärten. Die Jörg Haider-Brücke sei eine wichtige Verbindung mit Symbolkraft geworden, erläuterte der Landeshauptmann die Geschichte dieser Verbindung über die Drau. Die einstige Brücke war im Zuge der Kampfhandlungen des Abwehrkampfes gesprengt worden, die heutige moderne Brücke sei ein Zeichen der Stärkung Südkärntens, die in den letzten zehn Jahren massiv vorangetrieben wurde.

Auch die gute Nachbarschaft, besonders zu Friaul-Julisch Venetien, hob der Landeshauptmann hervor. Die Euregio Senza Confini zwischen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto sei erfolgreich und noch um Teile Kroatiens und Sloweniens zu erweitern. Mit diesem kleinen Europa würden sich enorme Chancen für alle ergeben. In diesem Zusammenhang nannte Dörfler auch die Adriatisch-Baltische Verkehrsachse von Danzig bis Bologna inklusive der Koralmbahn, die in der EU viel Gehör finde, wie jüngst in Brüssel bestätigt wurde. Auch die geplante gemeinsame grenzüberschreitende Ski-WM wäre ein großes Zukunftsprojekt, so Dörfler.

Kärnten sei ein gutes Land mit guten Menschen. Viele außerhalb Kärntens würden die Besonderheiten und Buntheit des Landes nicht verstehen. Manchmal würden die Kärntner mehr Selbstbewusstsein brauchen, so Dörfler. Mit den Jubiläumsfeierlichkeiten werde auch ein kluges Zeichen gesetzt. Denn Heimatbewusstsein sei ein Kontrapunkt der Sicherheit in einer globalisierten Welt und gleichsam das Nest für das Morgen.

Zu Slowenien meinte Dörfler, dass er sich bezüglich der kürzlich gefundenen Massengräber nahe Liescha ein Wort des Bedauerns, der Klarstellung und der Entschuldigung erwartet hätte. Eine Klarstellung oder Handreichung würde eine Erleichterung bringen, dies vermisse er. Es gehe um Aufarbeitung, nicht um Abrechnung, unterstrich Dörfler. "Ich glaube an Kärnten und an die gute Zukunft des Landes", beendete der Landeshauptmann seine Ansprache, wofür es viel Applaus gab.

Erster Landtagspräsident Josef Lobnig sagte, dass die traditionelle Feierstunde des Landtages dazu diene, in Freude und Dankbarkeit der eindrucksvollen Leistungen der Vorfahren zu gedenken. Die Jahre 1918 bis 1920 seien einer der bedeutendsten Abschnitte der Kärntner Geschichte. Man sei stolz auf die Vorfahren, denen es gelungen ist, die Einheit und Freiheit Kärntens zu retten. Die Gemeinsamkeit im Land sei mit dem Votum bei der Volksabstimmung von 60 Prozent für den Verbleib bei Kärnten und Österreich eindrucksvoll bestätigt worden, so Lobnig. Das sei auch ein kräftiges Lebenszeichen für die Republik gewesen. Der Präsident sprach in diesem Zusammenhang von der Geburtsstunde des Regionalismus in Österreich. Nun liege die Herausforderung darin, Kärntens Identität hochzuhalten und alle Chancen im vereinten Europa zu nutzen, sagte Lobnig.

Dörfler und Lobnig konnten die Mitglieder der Landesregierung, des Landtages, die Kärntner Bundesratsmitglieder sowie die ehemaligen Landtagspräsidenten Rudolf Tillian, Jörg Freunschlag, Josef Schantl und Adam Unterrieder begrüßen. Herzlich begrüßt wurde der ehemalige dritte Landtagspräsident Hans Pawlik, der als Kind auch Zeuge jener Zeit war. Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Manfred Sauer und Erich Ickelsheimer von der altkatholischen Kirche nahmen an der Festsitzung ebenfalls teil.

Unter den vielen Gästen befanden sich weiters Landesamtsdirektor Dieter Platzer, die Bezirkshauptleute, ehemalige Regierungsmitglieder und Abgeordnete, Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger, Sicherheitsdirektor Albert Slamanig, Landesarchivdirektor Wilhelm Wadl, Konsul Wolfgang Röhrs, ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer, ÖSK-Präsident Gert Ebner, KAB-Landesobmann Fritz Schretter, Slowenenvertreter Bernard Sadovnik, u.a. Umrahmt wurde die Feierstunde vom Bläserquartett der Militärmusik Kärnten.

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