Zivildienst: Wegfall für Küberl "Missachtung sozialer Kapazitäten"

Caritas-Präsident macht auf Folgen für Jugend bei ersatzloser Streichung aufmerksam - Für Schaffung eines freiwilligen sozialen Dienstes im Fall des Abgehens von der Wehrpflicht

Wien, 08.10.10 (KAP) Ein ersatzloser Wegfall der Wehrpflicht und des damit verbundenen Zivildienstes würde nicht nur eine "massive Kerbe ins soziale System" schlagen, sondern wäre auch "eine Missachtung der sozialen Kapazitäten junger Menschen". Das betonte Caritas-Präsident Franz Küberl im Gespräch mit "Kathpress". Er schlägt für den Fall eines Abgehens von der Wehrpflicht die Bildung einer "Reformkommission" für die Ausarbeitung von Grundlinien eines freiwilligen Sozialdienstes vor.

Küberl wies auf die positive Entwicklung des Zivildienstes in den 35 Jahren hin: Das Image des Zivildieners habe sich von dem eines "Drückebergers" dahingehend verändert, "dass heute rund 13.000 junge Leute an sozialen Brennpunkten der Gesellschaft sehr mithelfen". Über die Jahre hätten sich ständig mehr Jugendliche für den Zivildienst entschieden. Das sei auch darin begründet, dass diese Menschen "die Dimension des Sozialen" immer stärker als "sinnvolle Sache" erfahren hätten.

Freiwilliger Zustrom nicht abschätzbar

Wie groß der Zustrom bei einem freiwilligen sozialen Dienst als Ersatz für den jetzigen Zivildienst wäre, ließe sich nicht abschätzen, meinte Küberl weiter. Ein solcher freiwilliger Ersatzdienst könnte sich laut dem Caritas-Präsidenten am Beispiel des Freiwilligen Sozialen Jahres orientieren, auch Frauen offenstehen und von der Dauer her dem bisherigen Zivildienst ähnlich sein. Weiters müsste ein freiwilliger Sozialdienst "sehr großräumig aufgestellt" sein sowie ein "großes Maß an Attraktivität" bieten und dementsprechend von "Staat und Hilfsorganisationen gut beworben werden", betonte der Caritas-Präsident.

Auch hob Küberl hervor, dass die Gelder, die durch den Wegfall des bisherigen Zivildienstes frei würden, einen freiwilligen sozialen Dienst investiert werden müssten.

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