Gewerkschaft vida unterstützt internationale Großdemonstration in Türkei für gekündigte UPS-Beschäftigte

Haberzettl: "Gewerkschaftsbeitritt kein Kündigungsgrund" - auch Situation bei UPS-Österreich unbefriedigend

Wien (OTS) - (ÖGB/vida) Die Gewerkschaften erhöhen den Druck auf den globalen Paketzusteller UPS: Nach bereits zwei erfolgreichen weltweiten Aktionstagen der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) findet morgen, Samstag, vor dem UPS-Standort in Mahmutbey, Istanbul eine Großdemonstration statt: Die in der ITF organisierten Verkehrsgewerkschaften fordern bereits zum dritten Mal seit Anfang September die Wiedereinstellung von 157 Beschäftigten beim türkischen UPS-Ableger - die Beschäftigten sind wegen ihres Beitritts zur lokalen Gewerkschaft TÜMTIS vom Dienstgeber gekündigt worden.++++

Unterstützung wurde in dieser Angelegenheit auch seitens der stv. Delegationsleiterin der SPÖ-EU-Abgeordneten, Evelyn Regner, zugesichert. Die Türkei strebe die EU-Mitgliedschaft an. Dabei müsse das Land belegen, dass seine Gesetze europäischem Standard entsprechen und auch eingehalten werden - das betreffe selbstverständlich auch die Einhaltung von Menschenrechten und dass Beschäftigten durch die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft keine Nachteile entstehen dürften. "Nach türkischem Arbeitsrecht kann eine Gewerkschaft in einem Unternehmen erst dann aktiv werden, wenn der Organisationsgrad bei mehr als 50 Prozent liegt. UPS hat die Organisation der Mitarbeiter in Gewerkschaften mit rabiaten Methoden gestoppt", kritisiert Regner. Sie will anlässlich der Vorfälle bei UPS in der Türkei eine entsprechende Anfrage an die EU-Kommission stellen.

"Auch die globalen Konzerne müssen endlich begreifen, dass ein Gewerkschaftsbeitritt kein Kündigungsgrund sein darf", stellte der stv. vida-Vorsitzende Wilhelm Haberzettl dazu am Freitag fest. Der UPS-Konzern habe bereits "schmerzvoll erkennen müssen, dass er sich mit den Kündigungen in der Türkei auf eine weltweite Auseinandersetzung mit schlagkräftigen Gewerkschaften eingelassen hat". Die Paketzustellerbranche sei auf dem Weg der Erholung -Krisenausläufer dürften deshalb nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, so der Gewerkschafter.

"Das Beispiel UPS zeigt, dass die grenzüberschreitende Solidarität und Zusammenarbeit der Gewerkschaften funktioniert. Wir sind sehr wohl dazu in der Lage, auch mit multinationalen Unternehmen erfolgreich Auseinandersetzungen zu führen", sagte Haberzettl weiter. Die globale ITF-Kampagne greife jedenfalls: "Die Gewerkschaften werden ihre Netz so eng spannen, bis Unternehmen wie UPS weltweit ihr Geschäftsmodell überdenken und dieses zukünftig auf mehr Respekt und Gerechtigkeit gegenüber ihren Beschäftigten aufbauen werden", sicherte Haberzettl den türkischen KollegInnen weitere Unterstützung von österreichischer Seite zu.

Konkret habe sich UPS nach den beiden globalen ITF-Aktionstagen und weltweiten Solidaritätsaktionen der Verkehrsgewerkschaften nicht mehr nur zu Gesprächen mit ITF-VertreterInnen sondern erstmals auch direkt zu Verhandlungen wegen der Wiedereinstellung der gekündigten Beschäftigten mit der türkischen Gewerkschaft TÜMTIS bewegen lassen. "Positiv ist in diesem Zusammenhang, dass auch wichtige UPS-Kunden wie etwa der Volkswagen-Konzern in Deutschland beginnt, die UPS-Situation in der Türkei kritisch ins Auge zu fassen", unterstreicht Haberzettl.

Eine beispiellose Schmutzkübel- und Ablenkungskampagne des UPS-Managements gegenüber TÜMTIS habe die Fakten aber nicht vom Tisch wischen können. "Wir verlangen auch eine Stellungnahme des österreichischen UPS-Managements zum Vorfall in der Türkei. Schließlich ist auch in Österreich die Situation für die UPS-Beschäftigten und die teils in Scheinselbständigkeit operierenden so genannten UPS-Servicepartner derzeit sehr unbefriedigend", bekräftigte Haberzettl.

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