Stoischer Fatalismus (von Claudia Grabner)

Ausgabe 30. Sep. 2010

Klagenfurt (OTS) - "Die Pensionskommission verschiebt ihre Empfehlungen für eine Reform des Pensionssystems": Es war eine Randnotiz. Und blieb von der Politik unkommentiert. Logisch. Weil jede Äußerung das Versagen in den Blickpunkt rückt: Unsere Pensionen sind lange nicht so gesichert, wie es die Politik in ihren schönwettrigen Stillstands-Reden beschwört. Tatsächlich hat besagte Kommission - vor ihrem empfohlenen(?) Rückzieher - rabenschwarze Zahlen vorgelegt: Der Bundeszuschuss von 7,6 Milliarden pro Jahr werde bis 2060 auf 28,7 Milliarden explodieren. Womit das Pensionssystem summa summarum implodiert. Und das wohl lange vorher. Schon richtig: Bis dahin sind es noch ein paar Jahre. Und keiner der derzeit stoisch in sich ruhenden Politik-Akteure(!) wird sich noch aus Angst (wovor eigentlich?) um Tun und Taten winden müssen. Allerdings sollte das Schicksal so zynisch sein, dass der eine oder andere Staatsmann die eigene Pension ohne Pension zu fristen hat. Die späte Rache des fatalistischen Nichtstuns. Das mag zwar Schadenfreude wecken, uns aber nicht wirklich weiterhelfen ...

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001