Das österreichische Kulturforum New York stellt in einer neuen Ausstellung ab Herbst "häufig gestellte Fragen" zu Serbien

Serbia - Frequently Asked Questions, 23.09.2010 - 11.01.2011

New York (OTS) - Serbien auf dem Radarschirm der zeitgenössischen Kunst steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung des Österreichischen Kulturforums New York. Die Ausstellung mit dem Titel "Serbia - Frequently Asked Questions" spielt auf die vielen Fragen und Erwartungen an, die zeitgenössische KünstlerInnen - nach zwei Dekaden des Nationalismus und Krieges im ehemaligen Ex-Jugoslawien -an Serbien richten, aber auch generell stellen.

Die Ausstellung wurde vom Belgrader Kunsthistoriker und Kurator Branislav Dimitrijevic gemeinsam mit Kulturforums-Direktor Andreas Stadler kuratiert und läuft vom 23. September 2010 bis zum 11. Jänner 2011 in der Galerie des Kulturforums in Midtown Manhattan. Seit ihrer Eröffnung hat sie bereits erhebliches Interesse bei der serbischen Presse sowie in den New Yorker Kunstmedien geweckt.

"Serbia - Frequently Asked Questions" zeigt dabei künstlerische Positionen von serbischen und von anderen aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden KünstlerInnen aus dem Exil, sowie von internationalen KünstlerInnen, die sich mit den Konflikten am Balkan in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt haben. Sie beschäftigt sich vor allem auch mit der problematischen "Kulturalisierung" politischer und ökonomischer Konflikte.

Beispielhaft für die aktuelle Gegenwartskunst in Serbien ist etwa der Belgrader Künstler Zoran Todorovic, der im Vorjahr auf der Biennale in Venedig mit aus Menschenhaar gewebten Decken für Aufsehen sorgte. Die in Rotterdam lebende serbische Video-Künstlerin Katarina Zdjelar beschäftigt sich in subtiler und oft überraschender Weise mit kulturellen Stereotypen, Interferenzen und Barrieren zwischen ethnischem Nationalismus und transkultureller Globalisierung. Der zum Teil in Slowenien lebende Österreicher Walter Steinacher wiederum ruft in seinen Ölbildern in ironischer Weise das Tito-Erbe des untergegangenen Jugoslawiens in Erinnerung.

Der in Wien lebende Marko Lulic hat mit seinem für diese Schau in Auftrag gegebenen Performance-Video dem heuer verstorbenen Architekten und Intellektuellen Bogdan Bogdanovic ein Denkmal gesetzt. Johanna Kandl, die in den 80-er Jahren in Belgrad studiert hat, setzt sich wiederum kritisch in ihren Zeichnungen mit den Folgen und Begleiterscheinungen von Privatisierung und Marktwirtschaft auseinander.

Teilnehmende KünstlerInnen: Biljana DJURDJEVIC, Uros DJURIC, Vlatka HORVAT, Johanna KANDL, KUNSTHISTORISCHES MAUSOLEUM, Paul Albert LEITNER, Marko LULIC, Ahmet ÖGÜT, Marko PELJHAN, Dan PERJOVSCHI, Darinka POP-MITIC, Anri SALA, Walter STEINACHER, Zoran TODOROVIC, Rasa TODOSIJEVIC, Milica TOMIC, Stefanos TSIVOPOULOS, Katarina ZDJELAR.

Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Tschechische Kulturzentrum vom 13. bis zum 17. Oktober eine serbische Filmreihe. Das Rumänische Kulturinstitut setzt einen Schwerpunkt zum zeitgenössischen Theater. Am renommierten Harriman Institute der Columbia University wird Anfang November eine Konferenz zum Thema "Serbien, Stereotypen und Europa" tagen.

"Serbia - Frequently Asked Questions" ist ein Projekt des europäischen Kulturnetzwerkes EUNIC (European Union National Institutes of Culture) und wird vom Open Society Institute, sowie zahlreichen europäischen Generalkonsulaten und der Vertretung der EU bei den Vereinten Nationen in New York unterstützt.

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Kerstin Schütz-Müller
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