Grünewald: Studiengebühren-Abschaffer Broukal resigniert und schlägt sich auf Seite ehemaliger Gegner

Wien (OTS) - "Wenn Josef Broukal nun nach Jahren eigener Erfahrung zur Erkenntnis kommt, dass weder ÖVP, noch FPÖ und SPÖ bereit waren, den Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen frei und offen zu halten und die dafür notwendigen Budgets nie zur Verfügung stellten, ist dieser Erkenntnisprozess jedenfalls ein träger," kommentiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, den Beitrag des früheren SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal in einem von Ex-SPÖ-Bildungssprecher Niederwieser herausgegebenen Sammelband. "Wenn es laut Broukal zudem an der Zeit wäre sich das einzugestehen und daraus die Konsequenzen zu ziehen, so kann man das als gelebten Realismus aber auch als fatalistisch angehauchte Resignation betrachten. Fein wäre es gewesen, doch Bildungsziele zu formulieren und sich einzugestehen, dass wenig ruhmreiche Positionen Österreichs im Ranking nicht zuletzt auf Unterdotierung, mangelnde Teilhabe am tertiären Bildungssektor und schlechten Betreuungsverhältnissen liegen", kritisiert Grünewald.

"Alles klingt mir zuviel nach: 'Lassen wir uns halt von der OECD und der EU kritisieren und sagen einfach: da kann man nichts machen. Bei uns in Österreich ist es halt so, dass die notwendige Einsicht zur ausreichenden Finanzierung von Bildung und Forschung fehlt.' Diese Bildungspolitik ist defensiv und letztlich die Akzeptanz einer Vogel-Strauß-Politik," ärgert sich Grünewald. Wenn Qualität nur herstellbar ist, indem man die Zahl der im internationalen Vergleich wenigen Studierenden noch reduziert und Studierende jene Geldmittel aufbringen sollen, die der Staat den Unis und Fachhochschulen verweigert, dann gute Nacht."
Die Frage, warum Broukal nicht auch andere Meinungen zu Wort kommen lässt, als die der ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager bleibt für Grünewald offen. "Es geht nicht um das Tabuisieren von Gebühren und bessere Treffsicherheit bei der Studienwahl, auch Finanzierungsmodelle für den tertiären Bereich liegen auf dem Tisch. Warum darf nur über das gesprochen werden, was ist und nicht über das was sein soll?" schließt Grünewald.

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