Mailath ehrt drei Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens

Wien (OTS) - Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreichte heute, Mittwoch, drei Persönlichkeiten des Kulturlebens Wiener Auszeichnungen: Alfredo Bauer, Schriftsteller und Übersetzer, sowie Peter Proksch, Maler und Grafiker, erhielten das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien; Liane Horn, Artistin, das Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien überreicht.

Peter Proksch sei ein bedeutender Vertreter der Wiener Malkunst und ein europäischer Künstler. "Er gehört zu jenen Künstlern, die nicht vor den Werken stehen, sondern hinter ihnen", würdigte Vizebgm. a. D. Sepp Rieder in seiner Laudatio die sympathische Bescheidenheit des Malers und Grafikers. Er vertrete sehr selbstsicher eine künstlerische Linie, der er stets treu geblieben ist.
"Alfredo Bauer ist in Argentinien zu einem entschiedenen Humanisten, engagierten Arzt und leidenschaftlichen Schriftsteller gereift", so Kurt Neumann, Leiter des Literarischen Quartiers in der Alten Schmiede, über den Schriftsteller, der 1938 mit seinen Eltern in die Emigration gezwungen wurde. Neumann strich nicht nur das literarische Schaffen, sondern auch seine Übersetzungstätigkeit hervor: "Mit der Übersetzung von Heine, Brecht, Jura Soyfer und Felix Mitterer ins Spanische ist er auch ein Vermittler der deutschsprachigen Literatur."
Liane Horn habe gemeinsam mit ihrem Mann als internationales Artistenduo Wien wunderbar vertreten, so Anton Mantler, ehem. Theaterreferent der wienbiblithek.

Zwt.: Biographie Peter Proksch
Peter Proksch wurde 1935 in Wien geboren. Er beschloss 1962 sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Im gleichen Jahr stellte er erstmals einige Radierungen aus. 1963 erfolgte die erste Einzelausstellung in der Galerie von Ernst Fuchs in Wien. Dadurch ergaben sich Kontakte zu Galerien, Kunsthändlern, Sammlern und in weiterer Folge Ausstellungsmöglichkeiten in Deutschland, Italien, Frankreich und in Nord- und Südamerika. Heute zählt Peter Proksch zu den renommierten Vertretern der Wiener Phantastischen Malerei. Seine Bilder befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland haben sein Werk bekannt gemacht.

Zwt.: Biographie Alfredo Bauer
Alfredo Bauer wurde 1924 in Wien geboren. Er besuchte das Akademische Gymnasium, bis seine Familie wegen ihrer jüdischen Herkunft 1939 zur Emigration gezwungen wurde. Bauer studierte Medizin und arbeitete fortan als Kinderarzt, Gynäkologe und Geburtshelfer. Doch schon seit 1944 hatte Bauer nebenbei zahlreiche Kleinkunststücke geschrieben, was durchaus wegweisend war für seine Karriere als Schriftsteller und Übersetzer, die er parallel zum Arztberuf vorantrieb. Bauers literarisches Werk stand stets unter dem Zeichen seines antifaschistischen Engagements. Einen wichtigen Rang in Bauers literarischem Werk nimmt seine 600seitige kritische Geschichte der Juden ein, die 1971 unter dem Titel "Historia crítica de los judíos" auf den Markt kam.
Bauer, der sowohl auf Deutsch wie auch auf Spanisch schreibt, hat u. a. Bertolt Brecht, Johann Wolfgang von Goethe, Peter Hacks, Heinrich Heine, Erich Kästner, Felix Mitterer und Jura Soyfer ins Spanische sowie Cervantes, Lope de Vega, Quevedo, Juan Ruiz und den argentinischen Nationalepos "Martin Fierro" von José Hernández ins Deutsche übersetzt.
Der Vorlass Alfredo Bauers, der in Buenos Aires lebt und arbeitet, wurde 2006 vom Österreichischen Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek erworben.

Zwt.: Biographie Liane Horn
Liane Horn wurde am 1939 als Brunhilde Bleckwenn in Frankfurt am Main geboren. Die bekannte deutsche Artistenfamilie "die Bleckwenns" ist mit der Österreichischen Artistenfamilie Rebernigg verwandt. Brunhilde Bleckwenn stand schon mit sechs Jahren auf der Bühne. Als Artistenkind lernte sie Akrobatik, Kunstradfahren, Showtanz und Zauberei und unternahm mit ihren Eltern und Geschwistern weltweite Tourneen. Bei einem Gastspiel in Schweden lernte sie den bekannten Wiener Zauberkünstler Tony Horn (bürgerlicher Name Walter Hornich) kennen, den sie später heiratete. Die Beiden traten fortan als Paar auf. Sie nahm den Künstlernamen "Liane Horn" an. Mit "Die Original-Bluff-Show Teddy Horn & his Girl" feierten sie internationale Triumphe. Bekannt wurde auch ihre Darbietung der "Miss Electra" - eine Illusion, bei der sie mit bloßen Händen Lampen und Neonröhren zum Leuchten brachte sowie Fackeln und Zigaretten anzündete.
Das Paar hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen, darunter den ersten Preis für Neuheiten in der Zauberkunst bei einem internationalen Zauberkongress und 2005 den "Ludwig Döbler-Award", die höchste Ehrung für Illusionisten in Österreich, die damals erstmalig vergeben wurde. Teddy Horn erlebte die Verleihung nicht mehr. Er starb am 7. März 2005. Liane Horn nahm die Auszeichnung am 27. Mai 2005 in Eisenstadt entgegen.

Für den Inhalt verantwortlich: Renate Rapf

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Renate Rapf
Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
Tel.: 4000-81175
renate.rapf@wien.gv.at
www.wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0027