vida-Sektionskonferenz: Delegierte verlangen Sozialmilliarde

Willibald Steinkellner als Vorsitzender der Sektion für den Gesundheits- und Sozialbereich bestätigt

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Zukunftsbranchen Pflege und Betreuung brauchen mehr Geld!" Darüber waren sich die Delegierten bei der heutigen Bundeskonferenz der Sektion Soziale, Persönliche Dienste und Gesundheitsberufe in der Gewerkschaft vida einig. Im Rahmen der Sektionskonferenz, die heute in Wien stattfindet, wurde Sektionsvorsitzender Willibald Steinkellner mit 90,3 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.++++

Sowohl im mobilen als auch im stationären Gesundheits- und Sozialbereich herrsche ein chronischer Personalmangel. "Der Arbeitsdruck steigt und steigt, immer mehr Beschäftigte sind Burn-Out gefährdet", schilderte Sektionsvorsitzender Willibald Steinkellner die Situation. Zwar seien in den vergangenen Jahren gute Lohnabschlüsse gelungen, erklärte Steinkellner anhand des BAGS-Kollektivvertrages. "Bei diesem Leit-Kollektivvertrag für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich haben wir weitestgehend den Mindestlohn von 1.300 Euro brutto erreicht." Dennoch bestehe weiterhin Aufholbedarf, denn die Einkommen der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich liegen um rund ein Fünftel unter dem Durchschnittseinkommen der ArbeitnehmerInnen in Österreich. "Soziale Arbeit ist mehr wert. Damit die Löhne und Gehälter steigen und das Angebot an Pflege und Betreuung ausgeweitet werden kann, muss eine Sozialmilliarde her", so Steinkellner.

Für bundesweit einheitliche Personalbedarfsberechnung

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen fordert die Gewerkschaft vida zudem eine bundesweit einheitliche und verbindliche Personalbedarfsberechnung im Gesundheits- und Sozialbereich. "Den Betreibern der Einrichtungen soll die Mindestanzahl der Beschäftigten zwingend vorgeschrieben werden, damit der Raubbau an der Gesundheit der Beschäftigten ein Ende hat", erklärte Steinkellner.

Ebenfalls ein Anliegen ist vida die laufende Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten. "Für die 24-Stunden-BetreuerInnen ist nach wie vor keine verpflichtende Ausbildung vorgesehen. Bei den KindergartenhelferInnen ist in vier Bundesländern eine Ausbildung Pflicht, in fünf Bundesländern nicht. Wir wollen eine gute, bundesweit einheitliche Qualifizierung und höhere Löhne für die HelferInnen", präzisierte Steinkellner. Auch für die Sanitätshilfsdienste drängt vida auf eine Modernisierung der Ausbildung. "Die Ausbildung der OP- und der LaborgehilfInnen beruht noch immer auf der gesetzlichen Basis aus 1961", kritisierte der Gewerkschafter.

Sozialversicherung: Nein zu weiteren Ausgliederungen

Von den Sozialversicherungen verlangen die Delegierten den Erhalt der eigenen Einrichtungen. "Die Verwaltungskosten sind in der Sozialversicherung um vieles niedriger als bei den Privatversicherungen. Weitere Einschnitte zu Lasten der Beschäftigten werden von uns abgelehnt", heißt es in dem Leitantrag, der bei der Sektionskonferenz beschlossen wurde. Aufgrund der geänderten Bedingungen in der Arbeitswelt müsse die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt in Zukunft stärker auf Prävention setzen. "Denn Vorsorgen ist besser als im Nachhinein heilen und spart mittelfristig auch viel Geld", erklärte Steinkellner.

Weiße Flecken in der KV-Landschaft schließen

Als Erfolg bezeichnete Steinkellner die Umsetzung von 1.000 Euro Mindestlohn bei den FriseurInnen und die Satzung des Kollektivvertrages des Roten Kreuzes. "Damit gilt ab 2011 erstmals für alle qualifizierten Kranken- und Rettungstransportdienste in Österreich ein Kollektivvertrag", so Steinkellner.

Nach wie vor ausständig ist dagegen ein Kollektivvertrag für die Beschäftigten in privaten Kur- und Rehabzentren sowie für die KosmetikerInnen, FußpflegerInnen und MasseurInnen. "Wir fordern die Arbeitgeberverbände aus diesen beiden Bereichen auf, raschest mit uns Kollektivverträge abzuschließen. Faire Löhne für die Beschäftigten und damit die Erreichung eines Mindestlohns von 1.300 Euro brutto bei Vollzeit ist unser Ziel", so Steinkellner abschließend.

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