Gläubigerschutz á la Austria für Deutschland

In unserem Nachbarland können ab sofort Gläubiger mit höheren Insolvenzquoten rechnen: Das österreichische Modell macht Schule

Wien (OTS) - Bündelung der Interessen, professionelle Forderungsanmeldung und eine effektive Kontrolle der Kosten und Gebühren verspricht die Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e. V. (www.gsv.eu), die heute in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert wird. Vorbild sind die österreichischen Gläubigerschutzverbände, mit deren Unterstützung Quoten von ca. 10 % erzielt werden können - in Deutschland sind es per dato im Durchschnitt weniger als 4 %.

Vorstandsvorsitzender des jungen Vereins ist einer der führenden Insolvenzrechtsexperten Deutschlands: Professor Dr. Hans Haarmeyer. Seit vielen Jahren bestehen Kontakte zwischen ihm und der Geschäftsführung des KSV1870. Der erfahrene Insolvenzrichter kennt die Schwächen des bisherigen Systems aus langjähriger Praxis:
"Derzeit sind viele Insolvenzen reine Liquidationen, also Wertevernichtungen. Wir möchten - ähnlich wie der KSV1870 in Österreich - die Gläubiger zu einer Solidargemeinschaft vereinen. Das bedeutet u. a. dass mit Insolvenzverwaltern auf Augenhöhe verhandelt wird, dass wirtschaftliche Lösungen gefunden werden, auch dass das Vergütungssystem den Anforderungen der Zeit angepasst wird. Unser Ziel ist es, befriedigende Sanierungen und damit eine Win-win-Situation für alle Beteiligten herbeizuführen."

Die Interessensgemeinschaft von Gläubigern setzt auf Zusammenarbeit und wird den Insolvenzverwaltern ihre Arbeit erleichtern, durch professionell aufbereitete Anmeldungen und kompetente Ansprechpartner, die auch auf die Gesetzgebung im Interesse der Gläubiger Einfluss nehmen. So wurde zuletzt das Ansinnen, staatliche Einrichtungen mit einer Änderung des Insolvenzrechts gegenüber anderen Gläubigern zu bevorzugen, strikt zurückgewiesen. Der GSV beziffert einen möglichen volkswirtschaftlichen Schaden aufgrund einer derartigen Gesetzesänderung sogar auf rund zehn Milliarden Euro. "Die Staatsprivilegien gefährden mindestens 250 000 Arbeitsplätze und besiegeln das endgültige Schicksal von jährlich 6000 bis 8000 grundsätzlich sanierungsfähigen Unternehmen", warnt Haarmeyer.

Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, der eingeladen ist, bei der heutigen Pressekonferenz in Berlin eine Rede zu halten, begrüßt die Gründung der neuen Gläubigerschutzorganisation: "Wo der wirtschaftliche Wettbewerb grenzüberschreitend ist, bekommen auch Insolvenzen und damit auch der Gläubigerschutz internationale Dimension. Insolvenzbeschlüsse von Gerichten anderer europäischer Länder zu kennen und darauf zu reagieren, ist heute unumgänglich. Weshalb auch die baldige Schaffung eines harmonisierten Konzerninsolvenzrechts vorteilhaft wäre."

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Karin Stirner
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