Kunst im öffentlichen Raum - tatsächlich eine Gefahr?

Behörden verhindern Installation vor dem MAK

Wien (OTS) - Die Eröffnung der Ausstellung "Design Criminals Or a New Joy into the World" gestern, 28. September 2010, im MAK fand auf "verbotenem Boden" statt. Grund für die behördlichen Beeinträchtigungen durch MA 46, MA 19 und durch die Polizei ist das Kunstwerk "Ornamental Trap" der Künstlerinnen/Architektinnen Katja Nagy und Bernadette Krejs. Für die raumgreifende Installation, bestehend aus einem riesigen Teppich-Patchwork im unmittelbaren Außenbereich des MAK rund um das ausgeschnittene Fassadenelement von James Wines/SITE am Stubering, Wien 1, wurde keine behördliche Genehmigung erteilt.

"Erst am Montag, 27. September 2010, nahmen Vertreter von fünf wahlwerbenden Parteien, inklusive der Bezirksvorsteherin Innere Stadt Ursula Stenzel und Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Innere Stadt Daniela Stepp, an einer Podiumsdiskussion im MAK teil und sprachen über die Zukunft der Stadt. Alle gaben sich sehr kulturaffin, doch das darf kein Lippenbekenntnis sein, sondern Kunst muss auch im Alltag bestehen können", kritisiert Peter Noever, Direktor MAK, die derzeitige Situation. "Der öffentliche Raum muss viel mehr mit Kunst durchflutet werden und darf nicht zum Spielball der Politik verkommen", fordert er. "Wir werden mit Verbotszonen belegt und können uns nicht frei entfalten", Noever weiter.

Die Begründung der Behörden, dass keine Teppiche auf Gehsteigen wegen der Stolpergefahr aufgelegt werden dürfen, kann der MAK-Direktor nicht nachvollziehen. "Auch unser Vorschlag, Absperrungen anzubringen, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass dadurch der Gehsteig für die Fußgänger gesperrt wäre und diese dann auf die Straße ausweichen müssten, was zu gefährlich wäre", sagt Noever. "Ich kann diese Argumentation in keinster Weise nachvollziehen, sie ist zutiefst kafkaesk und kunstfeindlich", erklärt er.

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