Biodegradation von Fumonisinen: Aufs richtige Pferd gesetzt

Wien (OTS) - Wissenschaftern der Universität für Bodenkultur in Wien ist es vor kurzem gelungen, eine besonders gefährliche Gruppe von Pilzgiften, die sogenannten Fumonisine, auf biologischem Wege zu entschärfen.

Fumonisine bereiten vor allem Probleme in der Pferde- und Schweinehaltung

Fumonisine werden hauptsächlich von bestimmten Schadpilzen der Gattung Fusarium gebildet. Fusarien infizieren vor allem Mais, aber auch andere Getreidesorten wie Hirse und Reis. Aufnahme von Fumonisinen mit kontaminiertem Futtergetreide löst, abhängig von der Tierart, verschiedene schwere Erkrankungen aus. Pferde, bei denen Fumonisinvergiftungen oft tödlich enden, aber auch Schweine und Hühner erwiesen sich als besonders empfindlich gegenüber dieser Toxinklasse.

Eine mögliche Lösung: Biodegradation von Fumonisinen

Fumonisine sind äußerst stabile Verbindungen. Bemühungen, ihren Gehalt im Tierfutter mit physikalischen und chemischen Methoden zu reduzieren, waren bisher wenig erfolgreich. Ein anderer Weg zur Verminderung des Fumonisingehalts von Futtermitteln wurde von den Forschern in Wien eingeschlagen: die sogenannte Biodegradation der Gifte. Dabei werden die Toxine durch Mikroorganismen oder Enzyme in ungiftige Verbindungen umgewandelt. Dem Molekularbiologen Stefan Heinl und seinen Kollegen am Vienna Institute of BioTechnology (VIBT) gelang es, in Zusammenarbeit mit dem renommierten österreichischen Futtermittelhersteller BIOMIN GmbH, Gene eines Bodenbakteriums zu identifizieren, die es diesem Mikroorganismus ermöglichen, Fumonisine als Nahrungsquelle zu nutzen. Diese Gene kodieren für Enzyme welche vor allem Fumonisin B1, das häufigste und daher wichtigste Fumonisin, in ungiftigen Verbindungen umwandeln, und somit für Tiere unschädlich machen können. Die Enzyme konnten erfolgreich in verschiedenen Mikroorganismen hergestellt werden und sollen in Zukunft in gereinigter Form fumonisinkontaminiertem Tierfutter beigemischt werden. Die Enzyme können dann direkt im Gastrointestinaltrakt der Tiere aktiv werden und so zu einer deutlichen Verringerung der Fumonisinbelastung führen. Die Wissenschafter versprechen sich davon eine erhebliche Verbesserung der Gesundheit und Leistung der Tiere und haben bereits Patent angemeldet.

Rückfragen & Kontakt:

DI Dr. Stefan Heinl
CD-Laboratory for Genetically Engineered Lactic Acid Bacteria
VIBT, Universität für Bodenkultur,
Muthgasse 11, Wien
Tel.: +43(0)1-47654-6926
www.lactomics.at
E-mail: stefan.heinl@boku.ac.at

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