Spindelegger: "Frauen stärker in Friedensprozesse einbinden"

Außenminister präsentiert bei Ministertreffen konkrete Vorschläge

Wien (OTS) - New York (25.9.2010) - "Wenn wir Bilanz ziehen, was
in den letzten zehn Jahren erreicht wurde, um Frauen in Konflikten besser zu schützen und ihre Rolle als Friedensvermittler zu stärken, können wir nicht zufrieden sein", sagte Außenminister Michael Spindelegger nach einem Ministertreffen in New York, das dem Thema "Frauen, Frieden und Sicherheit" gewidmet war. "Nach wie vor sind nur etwa zehn Prozent aller Friedensverhandler Frauen. Das bedeutet aber auch, dass die spezifischen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in Friedensabkommen weiterhin unterrepräsentiert sind. Friede, Sicherheit und Fortschritt sind auf Dauer nicht möglich, wenn die Hälfte einer Gesellschaft ausgeblendet wird."

An diesem hochrangigen Treffen, bei dem Außenminister Spindelegger den Ko-Vorsitz führte, nahmen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie die Außenminister und Außenministerinnen von Kanada, Bangladesch, Chile, Liberia, Namibia, Sierra Leone sowie Großbritannien teil. "Der Schutz von Zivilisten und damit vor allem von Frauen und Kindern ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit im Sicherheitsrat. Dazu gehört, Gewalt gegen Frauen zu verhindern, aber auch ihre vermittelnde Rolle zu stärken", so Spindelegger. "Österreich wird sich in den verbleibenden Monaten seiner Mitgliedschaft im Sicherheitsrat diesem Thema besonders widmen."

Vor zehn Jahren beschloss der Sicherheitsrat die Resolution 1325, in der Konfliktparteien erstmals dazu aufgerufen wurden, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, Konfliktlösung und den Wiederaufbau mit einzubeziehen. Der Sicherheitsrat wird am Jahrestag des Beschlusses der Resolution 1325, am 29. Oktober, eine Sitzung dazu abhalten, an der Außenminister Spindelegger teilnehmen wird. Das heutige Vorbereitungstreffen soll dazu beitragen, dass in dieser Sicherheitsratssitzung konkrete Fortschritte erreichen werden können. Vorrangiges Ziel ist es, Indikatoren festzulegen, mit denen die Umsetzung der Resolution 1325 überprüfbar wird. "Die schockierenden Ereignisse in Ostkongo haben uns allen drastisch vor Augen geführt, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht. Wir brauchen präzise Messinstrumente, um Versäumnisse auch nachweisen zu können und Verbesserungen einzufordern", betonte der Außenminister.

Spindelegger unterstrich in seiner Rede bei dem Ministertreffen das Engagement von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in diesem Bereich: So hat der Generalsekretär eine Reihe von hochrangigen Posten in der UNO mit Frauen besetzt. Erst vor wenigen Tagen ernannte er die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet als Leiterin der neu geschaffenen UN-Organisation "UN Women", in der sämtliche Frauen-Aktivitäten der UNO zu einer Einheit zusammengeschlossen wurden. "Michelle Bachelet ist eine exzellente Wahl für diese wichtige Position. Wir werden intensiv mit ihr zusammen arbeiten", so Spindelegger abschließend.

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