Neues Volksblatt: "Imageschaden" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. September 2010

Linz (OTS) - Ernsthafte Politiker sind in Sorge, was das Image
ihrer Profession betrifft. Abzocker, Taugenichtse, Privilegienritter, Gesetzesbrecher - massiert wie schon längere Zeit nicht mehr hört man in Bezug auf die Volksvertreter Attribute, mit der sonst keine Berufsgruppe bedacht wird. Zum Teil sind es Medien, die die Politikerhatz zum Programm erhoben haben, doch nur einem ungustiösen Boulevardjournalismus die Schuld zu geben, greift zu kurz.
Wer am Mittwoch die Zeit erübrigen konnte, die Parlamentssitzung zu verfolgen, bekam vor Augen geführt, wie man sich imagemäßig auch selbst sein Grab schaufeln kann. Nichts gegen emotionale Auseinandersetzungen, aber wenn der Nationalratspräsidentin ob des undisziplinierten Verhaltens mancher Mandatare schon zwei Minuten nach Sitzungsbeginn erstmals der Kragen platzt, spricht das Bände. Beispielhaft dingfest machen lässt sich das Problem am steirischen BZÖ-Mandatar Gerald Grosz. Der intellektuell unbeleckte Schreihals ist der fleischgewordene Imageschaden für die Politik. Da es im virtuellen Polit-Konstrukt BZÖ offenbar niemandem peinlich ist, mit Grosz im selben Boot zu sitzen, gibt es gegen Politiker dieses Schlags nur ein Mittel: Der Wähler versagt ihm hoffentlich am Sonntag die Zustimmung.

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