"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Ein Jahr, eine Milliarde"

Bei Pensionisten darf man sparen - aber nur bei den Älteren, nicht bei den Alten.

Wien (OTS) - Wer heute 75 ist, hat seine Kindheit im Krieg verbracht, seine Jugend in der Nachkriegszeit und seine "besten" Jahre im selbst geschaffenen "Wirtschaftswunder". Bei den Pensionen dieser Menschen zu sparen, ist schwierig. Auch wenn die Experten vor einer Kostenexplosion warnen: Eine moderate Pensionserhöhung ist notwendig, weil die Lebenshaltungskosten steigen - gerade in diesem Alter, wo oft das Thema Hilfe und Pflege relevant wird. Und jene, denen es gut geht, sorgen mit Konsumfreude für eine gute Konjunktur. Wer heute 55 ist, kennt die Kriegswirren nur noch aus Erzählungen. Dafür war auch das Wirtschaftswunder bald vorbei und Arbeitslosigkeit ist eine reale Bedrohung. Ab in die Pension ist aber keine Lösung. Obwohl das gesetzliche Pensionsalter bei 60 bzw. 65 Jahren liegt, gehen Frauen im Schnitt mit 57 Jahren in Pension, Männer mit 59. Das ist zu teuer und nicht notwendig, weil Menschen in den 50ern heute körperlich und geistig selten wirklich pensionsreif sind (Invaliditätsfälle ausgenommen).
Gehen die Österreicher ein Jahr später in Pension, bringt das eine Milliarde Euro. Das sollte zum Umdenken reichen: bei Arbeitnehmern, die auf Rechte der Älteren, wie die Hacklerregelung, pochen. Und vor allem bei Arbeitgebern, die Ältere in Pension schicken, so bald es geht.

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