Khol an Marin: Auf Fakten kann man sich dann einigen, wenn sie auch stimmen!

Das "Gutachten" ist lediglich ein Entwurf. Selbst der Sozialminister zieht es in Zweifel

Wien (OTS) - Bezogen auf die Aussagen von Prof. Bernd Marin in der heutigen Mittags-ZIB im ORF stellt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtierender Präsident des Österreichischen Seniorenrates fest:

"Das "Gutachten" der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung ist - wie wir heute sehr ausführlich erklärt haben - auf falschen Annahmen begründet. So ist im Bericht selbst wörtlich festgehalten, dass die Hälfte der angeblichen Zuwächse alleine aus der - falschen - Neubewertung des Brutto-Inlands-Produkts (BIP) resultiere. Wie wir aber seit gestern wissen, hat sich alleine in den letzten Wochen diese Zahl maßgeblich verändert. Und mit unserer Kritik sind wir ja nicht alleine - auch der Sozialminister hat heute bekanntlich die Zahlen der Kommission in Frage gestellt!"

Zu den von Prof. Marin eingeforderten Fakten hält Khol die Kritikpunkte noch einmal fest:

Im Bericht wird die Arbeitslosigkeit durchgehend mit 8% angenommen. Jetzt liegt sie allerdings bei knapp 7% und die Prognose liegt sogar darunter. BIP Im Bericht wird das Wirtschaftswachstum (BIP) durchwegs mit 1,4% angenommen. Wie wir aber alle seit gestern wissen, liegen die Prognosen schon jetzt bei +2%.
Im Bericht wird das faktische Pensionsantrittsalter bis 2060 mit einem Anstieg auf nur 60 Jahre veranschlagt. Bis dahin wird aber das Frauenpensionsalter schon längst an jenes der Männer angepasst sein (65), wodurch auch das faktische Antrittsalter mit Sicherheit steigt. Auch diese Zahl ist also nicht zu halten - wie im übrigen auch der Sozialminister bestätigt.

"Prof. Marin, can you agree on these facts?", fragt Khol in Anspielung an Marins Vorwurf.

Khol hatte in der heutigen Pressekonferenz des Seniorenrates betont, dass die Zahlen richtig zu stellen sind. "Wenn dann endlich die richtigen Zahlen verwendet werden, richten wir uns selbstverständlich nach den Empfehlungen des Berichts!"

Senioren unterstützen Sparpläne der Regierung - haben dazu eigene Vorschläge vorgelegt

Schließlich musste auch Professor Marin im angesprochenen Interview zugeben, dass die Vorschläge der Seniorenvertreter zu Sparmaßnahmen sinnvoll und umzusetzen sind.

Dazu unterstreicht Khol abschließend: "Wir akzeptieren selbstverständlich die Sparnotwendigkeit auch im Pensions-Budget. Aber die Einsparungen dürfen nicht durch Panikmache, nicht auf dem Rücken der - beitragsfinanzierten (!) - ASVG-Pensionisten erfolgen! Wenn man das Pauschalsteuermodell des Seniorenrates einführt, wenn man endlich die Sonderpensionsformen neu regelt und wenn man endlich die himmelschreienden Privilegien bestimmter Berufsgruppen und Landesbeamten abschafft, nimmt man damit mehr Geld ein, als man insgesamt einsparen müsste!"

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