SWV-Präsident Matznetter präsentierte 3-Punkte-Programm zur Qualitätssteigerung der Lehrlingsausbildung

Migrantischen Unternehmen Lehrlingsausbildung ermöglichen - Berufsschulen stärken und Qualität verbessern

Wien (OTS/SK) - Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) und SPÖ-Wirtschaftssprecher, präsentierte heute, Donnerstag, das 3-Punkte-Programm des SWV zur Qualitätssteigerung der Lehrlingsausbildung. "Wir wollen die Lehrlingsausbildung fit für das 21. Jahrhundert machen", so Matznetter, der in diesem Zusammenhang die Jugendbeschäftigungsmaßnahmen von Sozialminister Rudolf Hundstorfer und - als österreichisches Vorzeigebeispiel - der Stadt Wien würdigte. Das SWV-3-Punkte-Programm beinhaltet eine Öffnung der Lehrlingsausbildung für migrantische Unternehmen, eine Verlängerung der Berufsschulzeit auf 14-16 Wochen pro Lehrjahr (je nach Profession) sowie Einsparungen durch Stärkung der Berufsschulen. ****

Waren 1985 noch 18 Prozent der Jugendlichen ohne Berufsausbildung, so sind es jetzt - dank Ausbildungsgarantie und dualer Ausbildung - nur mehr zwei Prozent. "Die Lücke zwischen Lehrstellenangebot und -suchenden konnte geschlossen werden - das ist ein Riesenerfolg", betonte Matznetter, der noch Verbesserungspotential im Sinne von Staat, Unternehmen und Lehrlingen ortet.

Lehrlingsausbildung auch migrantischen Unternehmen zu ermöglichen, brächte 5.000 neue Stellen

Rund 45.000 Unternehmer mit Migrationshintergrund gibt es hierzulande. "Wir können rund 5.000 zusätzliche Lehrstellen schaffen, würde es migrantischen Unternehmerinnen und Unternehmern ermöglicht, Lehrlinge selbst auszubilden", legte der SWV-Präsident dar. Als Beispiel nannte Matznetter den Köchemangel in Österreich: "Es ist unbegreiflich, warum etwa chinesische Restaurants keine Köche ausbilden dürfen, wo sich doch die handwerklichen Anforderungen von der mitteleuropäischen bzw. österreichischen Gastronomie kaum unterscheiden."

Ausbildungsqualität in den Berufsschulen verbessern

Überdies fordert Matznetter die Ausbildungsqualität der Berufsschulen zu verbessern. Dafür brauche es eine Verlängerung der Berufsschulzeit auf mindestens 14-16 Wochen pro Lehrjahr, um die theoretische und praktische Ausbildung zu ergänzen. "Berufsschulen müssen zu Berufsausbildungsanstalten werden", überdies würden die Lehrlinge von einer umfassenderen Ausbildung profitieren und ihre Chancen am Arbeitsmarkt würden erhöht, erklärte der SPÖ-Wirtschaftssprecher.

Einsparungen durch Stärkung der Berufsschulen - Bessere Ausbildung, weniger Bürokratie

260 Millionen Euro Einsparungspotential sieht Matznetter im Falle einer Verbesserung der Lehrlingsausbildung und Stärkung der Berufschulen. Insgesamt subventioniert der Staat die Lehrlingsausbildung mit rund 550 Millionen Euro - Förderungen von Sozial- und Wirtschaftsministerium zusammengefasst. Das sind bei 135.000 Lehrlingen mehr als 4.000 Euro pro Lehrling und Jahr. "Steigern wir die Ausbildungsqualität der Berufsschulen und verringern die Unterstützung für außerschulische Ausbildung bzw. Vorbereitungskurse für die Lehrabschlüsse, bringt das eine Kostenersparnis von rund 260 Millionen Euro", so Matznetter. Die längeren Ausbildungszeiten in der Berufsschule soll der Staat finanzieren und der Betrieb soll - wie bisher - die Lehrlingsentschädigung nur noch für die Zeit, in der der Lehrling tatsächlich im Betrieb steht, zahlen. Dadurch könnten die umfangreichen Förderungen der Lehrbetriebe reduziert werden, so Matznetter. (Schluss) mo

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