Werthmann: "Dieses neue Finanzaufsichtssystem ist sehr vielversprechend".

Brüssel (OTS) - Die Integration der globalen Finanzmärkte erfordert gemeinsame Ansätze und muss der Tatsache Rechnung tragen, dass Bankengruppen europaweit tätig sind. In Zukunft wird es einen zusätzlichen europäischen Mechanismus geben, der im Fall einer Krise auch eingreifen kann, erklärt MdEP Angelika Werthmann.

"Die Finanzkrise hat eindrücklich die Asymmetrie zwischen finanzieller Globalisierung, Finanzintegration im Rahmen der EU und der nationalen Finanzaufsicht offenbart", schließt sich Werthmann dem Berichterstatter Sánchez Presedo an.

Es gilt diese Situation doch differenzierter zu betrachten: Die europäischen Finanzmärkte waren nicht in der Lage die Krise zu bewältigen und ein Übergreifen auf andere Märkte und Staaten zu verhindern. Genau dort wird nun angesetzt - ist der Markt bei einer zukünftigen Krise wieder nicht in der Lage der Situation Herr zu werden und reagiert auch der Mitgliedstaat nicht auf angemessene Weise, so haben wir in Zukunft auf EU-Ebene einen Mechanismus der im Krisenfall ansetzen kann, unter gleichzeitiger Wahrung des Subsidiaritätsprinzips.

Die drei "neuen" Aufsichtsagenturen, EBA (Banken), EIOPA (Versicherungen) und ESMA (Wertpapiere) sind eine Umwandlung von bereits derzeit bestehenden Ausschüssen (CEPS, CEIOPS und CESR). Der Budget-Ausschuss und das Parlament haben sich für einen gemeinsamen Standort der drei Aufsichtsbehörden eingesetzt, erläutert Werthmann. Leider musste dieser Standpunkt in den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten zugestanden werden. "Dafür müssen die nächsten Jahre zeigen, dass die Aufteilung der Sitze keine Einbußen in der Arbeitsweise der Aufsichtsbehörden mit sich bringen" erwähnt die Abgeordnete mit Verweis auf die Revision, die nach einer bestimmten Zeit ansteht. Auch wurden die drei Standorte nicht willkürlich unter den Mitgliedstaaten "ausgepokert", wie das vielleicht bei den BürgerInnen missverstanden werden könnte, sondern entsprechen die drei Standorte London (Banken), Paris (Börsen) und Frankfurt (Versicherungen) den Sitzen der ehemaligen Ausschüsse, aus denen die nunmehrigen Agenturen hervorgegangen sind; sie werden folglich die dortigen Infrastrukturen übernehmen können, meint Werthmann.

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