Mailath: NESTROY 2010 - Erstmals in der Burg

"Weg der Öffnung und Modernisierung im Theaterbereich weitergehen"

Wien (OTS) - "Über fünfzig NESTROYS gingen im Laufe der letzten zehn Jahren an das Haus am Ring. Da haben wir uns gedacht, es ist besser, wir machen die Verleihung gleich dort, dann muss man die Statuen nicht so weit tragen", erklärte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny heute, Donnerstag, im Rahmen der NESTROY-Pressekonferenz ganz pragmatisch. Am Montag, dem 8. November 2010, öffnet Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann sein Haus für die Verleihung des Ersten Wiener Theaterpreises. Der NESTROY - gegründet und gefördert von der Stadt Wien, gesponsert seit heuer von der Bank Austria - wird in elf Kategorien und einem Publikumspreis, supported by Novomatic, vergeben. Drei Preisträger stehen bereits fest: Mit dem NESTROY 2010 für das Lebenswerk werden Erwin Piplits und Ulrike Kaufmann, die GründerInnen des Serapionstheater, ausgezeichnet. Den Preis für das "Beste Stück" erhält Kathrin Röggla für "worst case"; die "Beste Off-Produktion" ist diesmal Thomas Bernhards "Frost" in der Bearbeitung und Inszenierung von Sabine Mitterecker. Moderiert wird die Veranstaltung von Peter Simonischek, das Buch stammt von Peter Ahorner. Der ORF überträgt live zeitversetzt.

"Der NESTROY ist mittlerweile nicht nur der wichtigste Theaterpreis im Deutschen Sprachraum, er spiegelt auch die aktuellen Entwicklungen auf den Wiener Bühnen wider", betonte der Kulturstadtrat. "Und da hat sich - insbesondere in der Freien Szene, für die es auch eine eigene NESTROY-Kategorie gibt - enorm viel bewegt", so Mailath weiter. Insgesamt vollzog sich im Laufe der letzten zehn Jahre eine tiefgreifende Modernisierung, Belebung, Erneuerung und Öffnung der Wiener Theaterlandschaft, was auch international wahrgenommen wird. In einer großen Titelgeschichte würdigt die wichtigste deutschsprachige Fachzeitschrift "Theater heute" die Theaterreform und ihre Ergebnisse: "Das ist erfreulich und für uns Ansporn, den eingeschlagenen Weg der Öffnung und Modernisierung weiterzugehen", unterstrich Mailath. Dazu gehört auch, dass das Kulturbudget in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent gesteigert werden konnte.

Serapionstheater erhält NESTROY für Lebenswerk

Mit dem NESTROY 2010 für das Lebenswerk werden Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits, Serapionstheater, ausgezeichnet. "Die eine ist ohne den anderen nicht denkbar. Und der andere ohne die eine nicht. Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits, das Zweigestirn des zauberhaften Serapionstheater im Odeon. Gemeinsam haben sie in nunmehr fast vier Jahrzehnten an machbaren Wundern gearbeitet und ihrem Publikum Verzückung und Verstörung auf höchstem Niveau beschert", heißt es in der Begründung der Jury.

Kathrin Röggla erhält als erste Autorin den Preis für das "Beste Stück", u.z. für "worst case", aufgeführt vom Schauspielhaus Wien. Und die beste Off-Produktion ist diesmal Thomas Bernhards "Frost" in der Bearbeitung und Inszenierung von Sabine Mitterecker, eine - so Jury-Vorsitzende Karin Kathrein - "außerordentlich originäre Produktion" von THEATER.PUNKT in Kooperation mit MUMOK.

Die Nominierungen

Über sieben weitere Preise entscheidet wie immer die NESTROY-Akademie. Mit besonderer Spannung werden die Entscheidungen in den Kategorien "Beste Schauspielerin" und "Bester Schauspieler" erwartet: hier sind es Kirsten Dene ("Eine Familie", Akademietheater), Christiane von Poelnitz ("Der goldene Drache", Akademietheater) und Martina Stilp ("Peep Show", Schauspielhaus Graz), dort hoffen Klaus Maria Brandauer ("Ödipus auf Kolonos", Salzburger Festspiele/Berliner Ensemble), Ignaz Kirchner ("Krieg und Frieden", Kasino) sowie Martin Wuttke ("Das Begräbnis" im Burgtheater und "Peking Opel" im Akademietheater) auf die Trophäe.

In der Kategorie "Beste Regie" wurden nominiert: Lukas Bangerter ("worst case", Schauspielhaus Wien/Theater am Kirchplatz, Liechtenstein), Alvis Hermanis ("Eine Familie", Akademietheater) und Roland Schimmelpfennig für die Inszenierung seines Stückes "Der goldene Drache" im Akademietheater. Schimmelpfennig erhielt 2009 den NESTROY-Autorenpreis.

Hans Kudlich ("Liliom", Volkstheater), Monika Pormale ("Eine Familie", Akademietheater) und Johannes Schütz ( "Das Begräbnis", Burgtheater) rittern um den Preis für die "Beste Ausstattung". Einen NESTROY für die "Beste Nebenrolle" wird heuer Elfriede Schüsseleder ("Jedem das Seine", Theater in der Josefstadt), Libgart Schwarz ("Helena", Burgtheater) oder Johann Adam Oest ("Der goldene Drache") erhalten. In der Kategorie "Bester Nachwuchs" konkurrieren Sarah Viktoria Frick ("Adam Geist", Akademietheater), Claudius von Stolzmann ("Das Konzert", Festspiele Reichenau) und Raimund Orfeo Voigt ("Verbrennungen", Schauspielhaus Graz). Und der "Spezialpreis" geht 2010 an "Cordoba" mit Cornelius Obonya (Rabenhof Theater), an "Krieg und Frieden" (Burgtheater/Kasino) oder an "Psychiatrie", eine Produktion der Gruppe Einmaliges Gastspiel (Hagnot Elischka, AKH und Kabelwerk).

Als "Beste deutschsprachige Aufführung" stehen zur Wahl: "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" von Ettore Scola und Ruggero Maccari in der Inszenierung von Karin Beier (Schauspiel Köln), "Diebe" von Dea Loher in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg (Deutsches Theater Berlin) und "Volpone" von Ben Jonson, inszeniert von Werner Düggelin (Schauspielhaus Zürich).

Wer den "Publikumspreis" erhält, wird sich ebenfalls erst am 8. November entscheiden. Das Publikum kann zwischen 28 nominierten Schauspielern und Schauspielerinnen entscheiden.

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Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
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Pressebetreuerin Nestroy-Preis
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