VKI: Stromanbieterwechsel - Wenig Spannung im Wettbewerb

Informationsangebot bei Homepages, Hotlines und der Rechnung ausbaufähig

Wien (OTS/VKI) - Während es nahezu selbstverständlich ist, gelegentlich den Handyprovider zu wechseln, sind Österreichs Konsumenten bei den Stromlieferanten äußerst zurückhaltend. Der Regulierungsbehörde E-Control zufolge setzen jährlich weniger als 1,5 Prozent der Haushalte diesen Schritt. "Einer der Gründe für fehlenden Wettbewerb dürfte der Mangel an grundlegenden Informationen zum Stromwechsel sein", vermutet Ing. Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). "Denn wie auch unsere Erhebung zeigt, wird den Konsumenten das Wechseln des Stromanbieters nicht unbedingt einfach gemacht. Wechseln beginnt mit der Verständlichkeit der Rechnung und endet hier oft schon."

Der VKI hat erstmals bei insgesamt 21 Stromanbietern die Websites, die Servicehotlines sowie die Rechnungen auf Service und Informationsgehalt hinsichtlich des Wechsels des Stromversorgers unter die Lupe genommen. Besonders die ehemaligen regionalen Monopolbetreiber zeigen dabei wenig Interesse an der Vermittlung von Informationen. Neue Anbieter und auch solche, die sich nach der Liberalisierung neu orientiert haben, sind dagegen auskunftsfreudiger.

Die Testergebnisse verweisen vor allem Energie AG, EVN, Salzburg AG, VKW und Wien Energie auf die hinteren Ränge, während Unsere Wasserkraft, Verbund, Wels Strom, aber auch Alpen Adria Energie, Kelag und oekostrom AG mit ihrem Informationsangebot punkten können. Die Testergebnisse im Überblick: 3 sehr gut, 3 gut, 10 durchschnittlich sowie 5 weniger zufriedenstellend.

"Ein besseres und umfassenderes Informationsangebot wäre aber auch im Interesse der Unternehmen selbst", so Floss weiter, "denn dadurch könnten diese neue Kunden gewinnen." Hier sieht der VKI-Geschäftsführer aber auch bei jenen Stromanbietern noch Verbesserungsbedarf, die sich großteils auskunftsfreudig geben. "Wichtig wäre uns im Sinne der Konsumenten, dass Stromrechnungen vollständig und leicht verständlich sind. Dazu gehört auch, dass der Preis in Cent/kWh ausgewiesen wird, was die Vergleichbarkeit erleichtert. Das ist derzeit aber nur bei oekostrom AG und Weizer Naturenergie der Fall. Darüber hinaus vermissen wir noch klare Informationen zum Netzbetreiber und den Gebrauch von nachvollziehbaren Begriffen auf der Rechnung. Derzeit haben wir oft noch den Eindruck, dass eine babylonische Sprachverwirrung vorherrscht."

Auf die Ankündigung des Verbandes der österreichischen Elektrizitätsunternehmen (VEÖ), nunmehr Oesterreichs Energie, im Herbst eine einheitliche Stromrechnung einzuführen, blickt Floss mit Spannung: "Nachdem dieses Vorhaben bereits seit eineinhalb Jahren angekündigt wurde, würde dies nun eine wesentliche Verbesserung für Konsumenten in puncto Vergleichbarkeit sein." Nachsatz:
"Verbesserungspotenzial nicht ausgeschlossen".

VKI-Tipps zum Stromanbieterwechsel

Hier gilt: Keine Angst vor dem Wechsel. Denn gewechselt wird immer nur der Stromhändler und nicht der Netzbetreiber, der auch weiterhin für die Instandhaltung des Netzes zuständig ist. Es sind daher keine Umstell- oder Umbauarbeiten notwendig, es fallen keine zusätzlichen Kosten an und die Stromlieferung erfolgt ohne jede Unterbrechung. Auch ein mehrmaliger Wechsel zu einem preisgünstigeren Stromhändler ist ein gutes Recht. Lediglich die Jahresabrechnung kann von einem oder von beiden Unternehmen kommen, wenn Lieferant und Netzbetreiber gesonderte Rechnungen legen.

- Orientierung via Tarifkalkulator: Falls ein Wechsel angedacht wird, ist der Online-Tarifkalkulator der E-Control ein empfehlenswertes und objektives Hilfsmittel: www.e-control.at/tk.

- Rabatte nutzen: Einmalige Neukundenrabatte können sparen helfen. Allerdings sollte man die damit verknüpften Bedingungen beachten. Zudem sollte man die Preise ohne Rabatte vergleichen, die ab dem zweiten Jahr fällig werden.

- Preiserhöhung als Kündigungsgrund: Erhöht der Händler die Preise, kann man widersprechen und innerhalb von drei Monaten auch vorzeitig wechseln. Dabei verliert man allerdings allfällige Rabatte des alten Lieferanten.

Alle Informationen zum Test gibt es in der Oktober-Ausgabe des Testmagazins Konsument und auf www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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