Regner: Unausgegorene Regeln bei Musik- und Filmdownloads aus dem Internet

Stv. Delegationsleiterin der SPÖ-EU-Abgeordneten kritisiert Verschärfungen als "zu weitreichend"

Wien (OTS/SK) - Das Europäische Parlament in Straßburg hat heute eine rigidere Vorgehensweise gegen Urheberrechtsverletzungen beschlossen. Darunter fallen etwa Musik- und Filmdownloads aus dem Internet, aber auch Medikamentenfälschungen mit einem Weltmarkt von 32 Milliarden Dollar pro Jahr. Einige der Maßnahmen gehen der SPÖ-EU-Abgeordneten Evelyn Regner aber deutlich zu weit. "Wir haben in einem eigenen Gegenentwurf dafür plädiert, zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Nutzern zu unterscheiden. Damit würde bei jugendlichen Musikdownloader anders vorgegangen werden als bei Unternehmen, die mit illegal erworbenen Urheberrechten Geld verdienen", erläutert Regner, Mitglied im Rechtsausschuss. ****

Regner: "Als Gewerkschafterin im Europäischen Parlament vertrete ich in erster Linie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, dass auf eine Balance zwischen Wissensgerechtigkeit und faire Entlohnung geachtet wird. Keinesfalls soll es so sein, dass sich einige wenige Machthaber an den geistigen Werken Einzelner bereichern und ein Kampf der 'Kleinen gegen die Kleinsten' (Arbeitnehmer/Selbstständige/Freischaffende gegen Konsumenten) angezettelt wird und/oder Bürgerinnen und Bürger pauschal kriminalisiert werden." Aufgeklärte und problembewusste Bürger seien durchaus bereit, für Leistungen, die sie beziehen (Literatur, Musik, Filme, Programme) auch angemessen zu bezahlen - vor allem dann, wenn sie sich sicher sein können, dass das von ihnen bezahlte Geld jenen zugute kommt, die Leistungen tatsächlich erbracht haben.

Im Unterschied zu seinem Pendant im anglo-amerikanischen Recht, dem sogenannten Copyright, welches die Rechte der Reproduzenten regelt und somit lediglich die Inhaberinnen und Inhaber der Verwertungsrechte schützt, schützt das Urheberrecht die ideellen und materiellen Rechte derjenigen, die das Werk geschaffen haben. (Schluss) sm

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