Kaske zu Leitl: 1.300 Euro Mindestlohn muss möglich sein

Reformen im Steuersystem für mehr Verteilungsgerechtigkeit nötig

Wien (OTS/ÖGB) - "Gute Arbeit muss auch gut entlohnt werden. Die ArbeitnehmerInnen haben sich Besseres verdient als ein Nein zu allem, was die Schieflage zwischen Lohn- und Gewinneinkommen reduziert", stellt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zu den heutigen Aussagen von WKÖ-Präsident Christoph Leitl fest. Leitl hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Umsetzung von 1.300 Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen ebenso abgelehnt wie eine Forderung nach Arbeitszeitverkürzung und Änderungen im Steuersystem.++++

"Wir Gewerkschaften sind bekannt dafür, dass wir verantwortungsvoll agieren. Rechnet man 1.300 Euro für einen Vollzeitjob auf einen Stundenlohn um, so ergibt das gerade 7,50 Euro brutto. Dieser Stundensatz muss in Österreich in allen Branchen leistbar sein", sagt Kaske. Dass der Staat im Niedriglohnbereich über ein Kombilohnmodell zuzahlen soll, statt dass die Arbeitgeber Existenz sichernde Löhne und Gehälter zahlen, wird von Kaske abgelehnt.

Nicht geteilt wird vom ÖGB und den Gewerkschaften auch Leitls Forderung, die Budgetkonsolidierung solle ausschließlich über Einsparungen erfolgen. "Wir bekennen uns zu einer effizienten Verwaltung. Doch die Beschäftigten im öffentlichen Bereich auszupressen oder die Bevölkerung durch Leistungskürzungen zu bestrafen, nur weil man die Steuerprivilegien der Reichen nicht antasten möchte, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein", erklärt Kaske. Der ÖGB und die Gewerkschaften würden deshalb weiter auf die Einführung von Vermögenssteuern für die Wohlhabenden pochen sowie auf eine Reform der Stiftungs- und der Gruppenbesteuerung.

Mehr Fairness fordern die Gewerkschaften auch bei der Verteilung der Arbeit. "Deshalb treten wir für eine Arbeitszeitverkürzung ein. Die Forderung der Wirtschaft, durch weitere Flexibilisierungen die Überstundenzuschläge zu kürzen, lehnen wir dagegen ab", so Kaske abschließend.

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