IGEPHA: Diskussion über kontrollierte Selbstmedikation muss erlaubt sein!

"Individuelles Gesundheitsmanagement" als Trend der Zukunft

Wien (OTS) - Nach dem Vorstoß des Österreichischen Apothekerverbandes, dessen Präsident sich letzte Woche für verstärkte, kontrollierte Selbstmedikation aussprach, liefern sich Vertreter der Apotheker und Ärzteschaft derzeit einen heftigen verbalen Schlagabtausch. Eine aktuelle Befragung, die im Auftrag der IGEPHA (Interessensgemeinschaft Österreichischer Heilmittelhersteller und Depositeure) durchgeführt wurde, zeigt auf, dass die heimischen Patienten sorgsam und bewusst mit rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneien umgehen. Der "mündige Patient" ist also längst Realität! +++

Selbstmedikation mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Gesundheitsversorgung und wird angesichts der wachsenden Bereitschaft der Bevölkerung, eigenverantwortlich mit der Gesundheit umzugehen, immer wichtiger. Die in der Vorwoche neuerlich entfachte Diskussion zwischen der Österreichischen Ärztekammer und dem Österreichischen Apothekerverband um die kontrollierte Selbstmedikation zeigt einmal mehr, dass dieses Thema aus dem Gesundheitswesen nicht wegzudenken ist. Eine von der IGEPHA in Auftrag gegebene Marktforschung, die die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der Selbstmedikation im österreichischen Gesundheitswesen untersuchte, lieferte vor kurzem überraschende Ergebnisse. Demnach ist die große Mehrheit der Bevölkerung dazu bereit, verstärkt Eigenverantwortung für die Gesundheit zu übernehmen. "Über 90 Prozent der Befragten gaben an, beim Auftreten einer leichten Erkrankung wie Erkältung, Schmerzen, HNO-Beschwerden oder Verdauungsproblemen selbst über erste Maßnahmen zu entscheiden. Selbstverantwortliches Gesundheitsmanagement ist daher als starker Trend zu bezeichnen", so Mag. Alfred Grün, Präsident der IGEPHA.

Chancen und Möglichkeiten durch Selbstmedikation aufzeigen

Die eigenverantwortliche Behandlung von "leichten" Erkrankungen mit OTC ("over the counter")-Produkten und in Absprache mit dem Apotheker kann das öffentliche Gesundheitssystem entlasten. Erhält der Patient in der Apotheke kompetente Beratung und Information, so können dadurch die nachfolgenden Stationen im Gesundheitswesen, also die Ärzte und Ambulanzen, entlastet werden. Zu den geringfügigen Beschwerden, die mit OTC-Präparaten behandelt werden können, zählen unter anderem:

  • Erkältungen und grippale Infekte
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsproblemen und Durchfall
  • Geringe bis mäßige Hautprobleme

Wenn bei diesen oder ähnlichen Beschwerden Selbstmedikation sachgemäß und nach ausführlicher Beratung durch den Apotheker eingesetzt wird, kann ein beträchtliches Kostendämpfungspotential freigesetzt werden. Besonders deutlich ist dies bei der Indikation Erkältung: "In Frankreich werden 99 Prozent des Erkältungsmarktes durch OTC-Produkte abgedeckt, in Österreich hingegen lediglich 61 Prozent. Unser Ziel ist es, die spezifische Bedeutung des OTC-Marktes im Gesundheitswesen zu erhöhen und allen Beteiligten die realistischen Möglichkeiten aufzuzeigen, welche Rolle Selbstmedikation in einem modernen Gesundheitswesen spielen kann", so Mag. Grün weiter. Dass Selbstmedikation bei schwerwiegenden Erkrankungen an ihre Grenzen stößt, sei den Konsumenten ebenfalls bewusst. "Wenn Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen oder bereits eine schwere Erkrankung diagnostiziert ist, muss selbstverständlich ein Arzt aufgesucht werden. Unserer Untersuchung zufolge treffen Patienten diese Entscheidungen sehr überlegt und verantwortungsbewusst. Die Menschen übernehmen bereits Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und sind durchaus bereit, dies in Zukunft noch stärker zu tun", räumt Mag. Grün ein.

Österreicher sind bereit, mehr Geld für Gesundheit auszugeben

Dass rezeptfreie ebenso wie rezeptpflichtige Medikamente Wechsel-und Nebenwirkungen hervorrufen können und sie daher verantwortungsvoll eingenommen werden müssen, ist für die meisten Konsumenten ebenso klar. "Die Patienten nehmen selbst gekaufte Medikation mit der gleichen Therapietreue ein wie verordnete Medikamente, bei 20 Prozent ist die Compliance bei rezeptfreien Arzneien sogar noch höher. Die bewusste persönliche Entscheidung für ein Medikament scheint also einen positiven Einfluss auf die Compliance zu haben. Generell hat unsere Untersuchung gezeigt, dass Konsumenten sowohl mit rezeptpflichtigen als auch mit rezeptfreien Arzneimitteln sorgsam und verantwortungsbewusst umgehen", führt Mag. Grün an.

Das österreichische Gesundheitssystem wird schon in naher Zukunft an seine finanziellen Grenzen stoßen. Für mehr als 60 Prozent der Befragten ist es vorstellbar, das Gesundheitssystem in Zukunft durch vermehrte Selbstmedikation zu unterstützen. Das Ergebnis zeigt also eine tendenzielle Bereitschaft der Österreicher, zur Entlastung des Gesundheitswesens beizutragen. 80 Prozent der Befragten können sich vorstellen, mehr als zehn Euro für ein OTC-Produkt auszugeben - das liegt deutlich oberhalb der Rezeptgebühr. "Es vollzieht sich ein sichtbarer Wandel des Einzelnen bei der Einstellung zu seiner Gesundheit. Das hat auch unsere aktuelle Marktforschung sehr deutlich gezeigt. Der Trend geht immer stärker in Richtung eines individuellen Gesundheitsmanagements, was natürlich auch eine Entlastung für das Gesundheitswesen darstellt. Würden alle so genannten 'leichten' Erkrankungen mit dem Apotheker als Berater behandelt werden, könnte viel an ärztlichen Kapazitäten und Ressourcen eingespart werden. Dafür ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Gesundheitssektor erforderlich. Die IGEPHA wird dazu gerne ihren Beitrag leisten", betont Mag. Alfred Grün abschließend.

Die vollständigen Ergebnisse der im Frühjahr 2010 durchgeführten Konsumentenbefragung "Ökonomische Aspekte der Selbstmedikation" werden anlässlich der heurigen IGEPHA-Jahrestagung präsentiert. Diese findet am 30. September 2010 um 16 Uhr im Wiener Europahaus statt. Interessierte Journalisten können sich bei der IGEPHA, Sabine Grasl (sabine.grasl@igepha.at), anmelden.

Über die IGEPHA

Die Interessengemeinschaft österreichischer Arzneimittelhersteller und Depositeure (IGEPHA) wurde 1967 gegründet. Sie vertritt Unternehmen, die rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte herstellen, vertreiben und bewerben. Ihre Mission liegt in der Imagesteigerung der Selbstmedikation in der Gesellschaft und im Gesundheitswesen sowie in der Förderung der persönlichen Verantwortung für die eigene Gesundheit. Derzeit zählt die IGEPHA etwa 70 ordentliche und außerordentliche Mitglieder. www.igepha.at

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

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