Österreichs Gesundheitswesen auf Platz 1

Die Österreicher schätzen ihr Gesundheitssystem deutlich besser ein als die Bürger anderer Länder. Das geht aus dem Gesundheitsbarometer 2010 der Europ Assistance hervor.

Wien (OTS) - Zusammen mit der französischen Gesellschaft "Cercle Santé Société" veröffentlicht die Europ Assistance Gruppe seit Oktober 2006 eine vergleichende internationale Studie über die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer lokalen Gesundheitsversorgung. Das Ziel ist es, die öffentliche Meinung zu den Hauptthemen der Gesundheitsversorgung zu erfassen und aktuelle Trends zu identifizieren. Insgesamt wurden 3.600 Bürger in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Schweden, Polen, und heuer erstmals in Österreich und den USA zu folgenden Themen befragt:
Versorgungsqualität und Finanzierung des Gesundheitssystem, Auswirkungen der Krise auf die lokale Gesundheitsversorgung, Mobilität, Prävention und neue Technologien.

Österreicher haben hohes Vertrauen in Versorgungsqualität und staatliche Finanzierung Die Österreicher bewerten ihr Gesundheitssystem mit Abstand als das beste. 52% geben eine exzellente bzw. sehr gute Bewertung ab. Dahinter rangieren Großbritannien und Schweden mit 34% bzw. 29%. Weit abgeschlagen im internationalen Vergleich befindet sich Polen mit lediglich 3% positiven Bewertungen. Die Angst, dass diese Versorgungsqualität für den Einzelnen in Zukunft teurer wird, ist nur bei rund jedem zweiten Österreicher (52%) vorhanden. In Deutschland befürchten knapp drei Viertel der Befragten, dass die öffentliche Finanzierung geringer, private Kosten höher und der Zugang zur Versorgung sich bald unsolidarisch darstellen wird. Den Befragten ist durchaus bewusst, dass auf das Gesundheitssystem Herausforderungen zukommen werden. Das Vertrauen der Patienten in die Versorgungsqualität fällt dennoch sehr unterschiedlich aus. Während sich 84% der Briten vor medizinischen Fehlmaßnahmen und 89% der Polen vor zu langen Wartezeiten fürchten, haben die Österreicher ein starkes Vertrauen in ihre Gesundheitsdienstleister: Nur 21% denken, dass den Medizinern zukünftig Fehler unterlaufen könnten und bloß 34% fürchten lange Wartezeiten. Auch die Einschätzung der Kompetenzen der Ärzteschaft fällt im internationalen Vergleich sehr positiv aus. Dass die Qualität medizinischer Behandlungen steigt und dadurch diese auch teurer werden, ist den Österreichern bewusst. So sind 40% auch bereit, eine private Krankenversicherung abzuschließen, beziehungsweise eine Prämienerhöhung zu akzeptieren. Nur die Deutschen haben mit 45% eine noch höhere Bereitschaft für den Abschluss einer Privatversicherung.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise spürbar - Österreicher allerdings kaum betroffen Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise treffen vor allem die Budgets der Endverbraucher in den Vergleichsstaaten. 51% der Italiener kürzten deswegen ihre persönlichen Ausgaben für die Gesundheit und verschoben sogar notwendige Behandlungen bzw. verzichteten auf Medikamente. Auch in Frankreich konnten 35% der Befragten ähnliches berichten. In Österreich gaben lediglich 18% an, bei der eigenen Gesundheit gespart zu haben. So wäre auch nur jeder vierte Österreicher bereit, für eine günstigere und qualitativ gleichwertige Behandlung ins Ausland zu reisen. Wie sich in der von Europ Assistance in Auftrag gegebenen Studie zum Reiseverhalten der Österreicher im internationalen Vergleich bereits gezeigt hat, sind die Österreicher reisefreudig, die Qualität der Gesundheitsversorgung im Zielland ist ihnen dennoch unwichtig. Grundsätzlich gilt international der Tenor: Je besser das Gesundheitssystem im eigenen Land, desto nebensächlicher ist die Versorgungssituation in der Urlaubsdestination. Auffällig ist, dass für 91% der polnischen Befragten die Versorgungsqualität ein sehr wichtiges Merkmal bei der Auswahl des Urlaubslandes darstellt.

Vorsorge hat hohen Stellenwert - Wunsch nach betrieblicher Gesundheitsförderung steigt Die Nutzung von Vorsorgeuntersuchungen ist in allen befragten Ländern sehr hoch. 91% der Amerikaner waren in den letzten fünf Jahren bei der allgemeinmedizinischen Vorsorgeuntersuchung. Für die Österreicher hat dies mit 83% ebenso eine hohe Priorität. "Vorsorgemuffel" sind hingegen die Italiener - hier war im Schnitt nur jeder Zweite bei einer Untersuchung. Das Interesse an lebenslangen Betreuungsprogrammen ist allerdings gering: Rund zwei Drittel aller international Befragten waren - unabhängig vom Finanzierungsmodell -nicht daran interessiert, Größer hingegen ist meist der Wunsch nach Programmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, vor allem in Bezug auf die Betreuung und Prävention von chronischen Rückenschmerzen und Stress. Durchschnittlich 63% der Franzosen und 60% der Österreicher würden solche Maßnahmen seitens des Arbeitgebers befürworten.

Internet ein zentrales Medium für Gesundheitsinformation und Basis für das Arztgespräch Um an Gesundheitsinformationen zu gelangen, hat sich das Internet als Zugangsmöglichkeit etabliert. Die Nutzung hinsichtlich Gesundheitsfragen ist in Frankreich in den letzten vier Jahren um 14%-Punkte auf insgesamt 45% angestiegen. Die höchste Affinität zeigen hier die Amerikaner - 66% der Befragten informieren sich im Internet über medizinische Themen. Die Österreicher befinden sich hier mit 58% im internationalen Mittelfeld, allerdings ist mit 80% der Anteil jener Personengruppe hoch, die die gesammelten Gesundheitsinformationen als Basis für das Arzt-Patienten Gespräch nutzen. Die persönliche Beziehung zum Arzt ist den Österreichern noch immer sehr wichtig. Dennoch würde jeder Dritte Patient eine Onlinekonsultationen befürworten. Die Befragten aus Schweden stehen diesem Thema noch wesentlich offener gegenüber. Dort wären 78% für einen Onlinezugang zum Arzt zu begeistern. Generell gibt es einen Trend zu einem steigenden Einsatz von Technologien, speziell um den Patienten neue Zugangsmöglichkeiten zur Gesundheitsversorgung anzubieten. Dabei sind vor allem Anwendungen für die häusliche Versorgung interessant. Hierbei könnten Vitalwerte wie Blutdruck und Herzfrequenz auf telemedizinischer Basis gemessen und die Daten an den behandelnden Arzt übertragen werden. Rund zwei Drittel aller international Befragten könnten sich vorstellen, diesen Service in Anspruch zu nehmen. Vor allem sind diese technischen Möglichkeiten in Kombination mit der Betreuung älterer und pflegebedürftiger Menschen interessant.

"Die Befragung zeigt, dass dem österreichischen Gesundheitssystem Bestnoten ausgestellt werden. Dennoch zeigt sich eine Nachfrage an patientenorientierten Serviceleistungen, wofür die Österreicher auch bereit sind Geld auszugeben. Auf diese reagiert Europ Assistance mit Innovationen und bedarfsgerechten Lösungen speziell in den Bereichen Prävention, Betreuung akut und chronisch Kranker, sowie Rehabilitation und Pflege", resümiert Jean-Francois Diet, Geschäftsführer von Europ Assistance.

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