Ärztekammer: Telefonieren und Rauchen am Steuer tabu!

Dorner: Verkehrssicherheit erhöhen - Strafen sind zu niedrig

Wien (OTS) - Rauchen am Steuer soll verboten werden, und auch Telefonieren während der Autofahrt muss schärfer geahndet werden. Das forderte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, anlässlich der bevorstehenden Unterzeichnung der Europäischen Charta für Verkehrssicherheit. "Wo ist denn die Hand, wenn man sich eine Zigarette anzündet, telefoniert oder eine SMS schreibt? Ganz sicher nicht am Steuer, wo sie hingehört!", kritisierte Dorner am Mittwoch in einer Aussendung.

Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung sei zwar verboten, de facto werde die Einhaltung aber zu wenig scharf überwacht, und auch die Strafen seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viel zu niedrig, sagte der ÖÄK-Präsident: "Handysünder zahlen in Österreich maximal 50 Euro, wenn sie erwischt werden, während beispielsweise in Italien Strafen von bis zu 594 Euro möglich sind."

Telefonieren am Steuer beeinträchtige die Konzentrationsfähigkeit und führe zu einer "unrunden" Fahrweise. Auch die Reaktionszeit verlängere sich entsprechend - wer am Steuer eine SMS schreibe, brauche unter Umständen bis zu fünf Sekunden, um auf ein Hindernis zu reagieren. "Dann kann es aber schon zu spät sein", sagte Dorner. Selbst eine Freisprechanlage sei nicht der Weisheit letzter Schluss, denn auch sie lenke vom Verkehrsgeschehen ab und könne zu Fahrfehlern führen. "Am besten, man schaltet das Handy während der Fahrt ganz aus oder man hält auf einem Parkplatz oder bei einer Raststation an -dann kann man auch in Ruhe telefonieren, ohne sich und andere zu gefährden", so der Vorschlag des Ärztechefs.

Auch in Sachen Rauchen müsse sich endlich etwas tun: "Die CO2-geschwängerte Luft im Wageninneren wirkt sich negativ auf die Reaktionsfähigkeit des Lenkers aus, der Sauerstoffgehalt im Gehirn sinkt. Mitfahrende leiden ebenfalls unter Rauchen im Auto - bei Kindern kann Passivrauchen Asthma oder schwere Schädigungen des Lungengewebes zur Folge haben", warnte Dorner. Selbst bei offenem Fenster sei die Schadstoffbelastung im Auto erheblich - von der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen einmal abgesehen: "Es ist erwiesen, dass rauchende Autofahrer doppelt so oft in Auffahrunfälle verwickelt sind wie Nichtraucher." Es sei höchste Zeit, das Rauchen im Auto zu verbieten anstatt es nur als grobe Fahrlässigkeit einzustufen; die Straßenverkehrsordnung sehe zumindest in der Theorie Geldstrafen für Rauchen am Steuer vor: "Wir müssen uns endlich von der Theorie verabschieden und handeln", bekräftige der ÖÄK-Präsident. Die ÖÄK habe bereits einen ersten Schritt gesetzt und werde am Donnerstag die Europäische Charta für Verkehrssicherheit unterzeichnen: "Damit verpflichten wir uns, in den kommenden Jahren an der Erhöhung der Verkehrssicherheit aktiv mitzuarbeiten." (sl)

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