WKÖ-Hochhauser: Hat EU-Kommission auf Vereinbarkeit Beruf und Familie vergessen?

Strategie für Chancengleichheit von Männern und Frauen - 2010 - 2015 lässt wichtigen Punkt vermissen

Wien (OTS/PWK710) - Ist der Kommission die Vereinbarkeit von
Beruf und Familie nicht mehr wichtig?" Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), wundert sich darüber, dass die wesentlichen Bereiche der Strategie 2006-2010 zwar auch in den nächsten fünf Jahren fortgeführt werden sollen, dass aber die Vereinbarkeit als eigener Themenschwerpunkt wegfällt.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das zentrale Thema, um insbesondere Frauen einen raschen Wiedereinstieg nach der Geburt eines Kindes zu ermöglichen. Familie und Erwerbstätigkeit dürfen einander nicht ausschließen, sondern müssen sich so ergänzen, dass eine befriedigende Lebensführung des Einzelnen möglich wird", so Hochhauser weiter.

Die Schwerpunkte der Strategie wie gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit, gleiches Entgelt für gleiche Arbeit, ausgewogene Beteiligung bei der Entscheidungsfindung, Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt und Förderung der Chancengleichheit außerhalb der EU seien grundsätzlich begrüßenswert. Für deren Erreichung sei aber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine ganz wesentliche Voraussetzung.

Eine klare Absage erteilt Hochhauser auch den Ankündigungen von EU-Kommissarin Viviane Reding, über gesetzliche Frauenquoten in Aufsichtsräten nachdenken zu wollen. "Gerade das Beispiel Norwegen, wo Frauenquoten in Aufsichtsräten seit 2008 gesetzlich verpflichtend sind, hat gezeigt, dass dort wenige Frauen viele Aufsichtsratspositionen innehaben. Das Ziel, mehr Frauen ins Management zu bekommen, wurde jedoch klar verfehlt. Das Motto muss lauten: Qualifikation statt Quote. Es geht nicht um Mann oder Frau, sondern darum, die Bestqualifizierten zu finden."

Deshalb hat die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ein eigenes Führungskräfteprogramm für Frauen ins Leben gerufen. Das Programm "Zukunft.Frauen" hat das Ziel, Frauen verstärkt in Management- und Aufsichtsratpositionen zu bringen. Durch Networking sollen sie in die Lage versetzt werden, sich für höhere Positionen zu bewerben. Gleichzeitig werden Unternehmen für dieses Thema sensibilisiert.

"Frauen brauchen keine einseitige Bevorzugung. Sie müssen vielmehr endlich raus aus der Opferrolle und haben das Recht, auf Basis ihrer Fähigkeiten beurteilt zu werden, statt sich mit dem Stigma 'Quotenfrau' konfrontiert sehen zu müssen," so Hochhauser abschließend. (PM)

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