Atom: Schüssel casht voll ab

Verlängerung der Laufzeiten von deutschen AKW nützt dem Ex-Kanzler

Wien (OTS) -

  • ÖVP-Politiker sitzt im Aufsichtsrat eines deutschen Energie-Riesen, kassiert bis zu 117.000 ! pro Jahr
  • Und seine Parteifreunde, Minister Berlakovich und Landeschef Pühringer, kämpfen gegen deutsche AKW

Die Grünen schäumen. So viel Dreistigkeit müsse jemand einmal aufbringen können, fauchen sie: Während hierzulande ÖVP-Umweltminister Niki Berlakovich die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke massiv kritisiert, soll der ehemalige ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel davon persönlich ordentlich profitieren - als Aufsichtsrat (seit April) eines der größten Atomstromerzeuger Deutschlands, RWE. Dort kassiert er jährlich 40.000 Euro.

Dazu kommen 8160 Euro monatlich als Abgeordneter zum Nationalrat. Aber auch mit dem Zubrot der Atom-Lobby muss sich der Ex-Kanzler nicht allein zufrieden geben: Laut RWE-Verträgen konnten die Aufsichtsräte 2009 ihre Jahresgage um 77.000 Euro auffetten. Schüssel hätte also mindestens 117.00 Euro verdient.

Nun, da die Laufzeiten aller AKW durch die deutsche Regierung verlängert wurden, könnten auch die Boni der RWE-Aufsichtsräte -durch begünstigte Aktienkurse - 2010 bis auf 128.332 Euro ansteigen. In Summe hätte der ÖVP-Abgeordnete dann zwischen 231.000 und 282.572 Euro im Jahr. Genauso viel wie Schüssel damals als amtierender Bundeskanzler verdient hat.

"Wolfgang Schüssel profitiert persönlich davon. Das ist nicht nur schwerer Verrat am österreichischen Anti-Atomkonsens, sondern auch glatte politische Korruption. Schüssels berufliches Doppelleben ist untragbar", kritisiert Grünen-Chefin Eva Glawischnig im "Heute"-Gespräch und fordert seinen sofortigen Rücktritt als Abgeordneter.

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