Wurm, Binder-Maier, Lueger, Gaßner zu VP-Frauen: "Noch nie was von Zwangsarbeit und Arbeitsmigration gehört?"

Wien (OTS/SK) - "Man muss schon mit ganz fest geschlossenen Augen durch die Welt laufen um nicht zu sehen, dass Frauenhandel nicht nur Zwangsprostitution betrifft, sondern viele von Menschenhandel betroffene Frauen in illegalen Verhältnissen in der Hausarbeit, in der Landwirtschaft oder Kinderbetreuung landen und dort ausgebeutet werden", so die SPÖ-Abgeordneten Gisela Wurm, Gabriele Binder-Maier, Angela Lueger und Kurt Gaßner zu den realitätsfremden Aussagen der ÖVP-Frauen gegen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Tatsache sei, dass durch die zunehmende Armut in Ländern des Ostens und Südens, viele Frauen auf die wirtschaftliche Besserstellung in reichen Ländern hoffen. "Hier liegt der Ausweg für die Frauen oftmals nur in illegaler Beschäftigung, die dann in vielen Fällen in Ausbeutung, Täuschung und im schlimmsten Fall in Gewaltverhältnissen endet", so SPÖ-Frauensprecherin Wurm. ****

"Der Menschenhandel ist eine moderne Form des Sklavenhandels, der sich in Zeiten der Globalisierung und unterstützt mit modernen Techniken besser denn je etablieren kann. Frauen und Kinder sind besonders betroffen", so Wurm. Es war wichtig, dass die Sonderbestimmungen, die Visa-Erteilungen für Go-Go-Tänzerinnen erleichtert haben, abgeschafft wurden. Durch diese als "Künstlervisa" getarnten Visa wurden die Frauen als Tänzerinnen nach Österreich gebracht - dahinter verbarg sich in Wahrheit oft Prostitution und auch Zwangsprostitution.

Österreich habe als eines der ersten Länder die Europaratskonvention im Jahr 2006 ratifiziert, welche Menschenhandel als Straftat bezeichnet und explizit den Schutz von Opfern enthält, so Wurm, Mitglied im Europarat und Berichterstatterin im Europarat des Berichtes zur Bekämpfung des Menschenhandels.

SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier und SPÖ-Kindersprecherin Angela Lueger wundern sich, dass die Frauen der Volkspartei noch nie etwas gehört haben von Ausbeutung von Migrantinnen für Haushaltsarbeit, Kinderbetreuung oder auch Altenpflege. Tatsache sei, so Binder-Maier und Lueger, dass in reichen Ländern, zu denen auch Österreich zählt, eine sehr große Nachfrage nach diesen Dienstleistungen bestehe und oftmals finden sie unter illegalen und ausbeuterischen Verhältnissen statt.

SPÖ-Landwirtschaftssprecher Kurt Gaßner empfiehlt den VP-Frauen die Lektüre der heutigen "Kronen-Zeitung", wo der Fall eines illegalen Arbeiters aus Bulgarien auf einem burgenländischen Bauernhof geschildert wird. "Und die spezielle Situation der Saisonarbeit in der Landwirtschaft kann Ausbeutungsverhältnisse begünstigen. Das muss nicht so sein, aber man kann doch nicht die Augen davor verschließen, dass das auch in Österreich sein kann", so Gaßner.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek habe sich dieses schwierigen, aber eben existenten Themas mit AmtskollegInnen aus den Nachbarstaaten Österreichs angenommen, um nach Lösungen zu suchen und eine gemeinsame politische Erklärung zur Bekämpfung dieses Themas zu verfassen. "Wir sind froh, dass Heinisch-Hosek Frauenhandel, Ausbeutung und Sklaverei in allen seinen schrecklichen Formen anspricht und nichts tabuisiert. Denn die Täter finden sich in allen Gesellschaftsschichten und nicht nur in Randgruppen, so wie es die VP-Frauen mit ihrem realitätsfernen Weltbild gerne hätten", so die SPÖ-Abgeordneten abschließend. (Schluss)

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