Falter-Vorabmeldung: Neue Vorwürfe im Fall des verstorbenen Afghanen

Beamten hätten seinen Asylantrag ignoriert

Wien (OTS) - Wie die Stadtzeitung Falter in ihrer morgen Mittoch erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der nach einem Selbstmordversuch in der Schubhaft verstorbene afghanische Asylwerber Reza Haidari laut eigenen Angaben bereits 2009 versucht, in Österreich um Asyl anzusuchen. "Ich habe hier einen Asylantrag gestellt, aber er ist nicht angenommen worden", gab er bei seiner Einvernahme am 20. Mai 2010 beim Bundesasylamt Traiskirchen zu Protokoll. Der Antrag sei jedoch nicht angenommen worden. Stattdessen erhielt er von der Fremdenpolizei Innsbruck ein Aufenthaltsverbot. Der damals 15-Jährige wurde nach Italien abgeschoben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Fremdenpolizisten Anträge von Asylwerbern ignorieren. Erst kürzlich stellte der Unabhängige Verwaltungssenat fest, dass die Behörden tschetschenischen Asylwerbern das Recht auf einen Asylantrag verweigerten und sie rechtswidrig abschoben.

Weiters belegen Falter-Recherchen, dass Haidari von den Behörden sehr wohl als Minderjähriger geführt wurde, obwohl die zuständige Bezirkshauptmannschaft Baden dies bestreitet. So wurde er nach seinem Selbstmordversuch auf die Intensivstation der Kinderklinik im AKH Wien gebracht, das AKH verständigte das Jugendamt und auch die Beamten des Polizeianhaltezentrums am Hernalser Gürtel informierten das Jugendamt vom Selbstmordversuch.

Rückfragen & Kontakt:

Nina Horaczek
Falter
Marc Aurel-Str. 9, 1010 Wien
Tel. 536 60 913

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FAT0001