"Operation Gesundheitssystem" in Oberösterreich - Qualität & Effizienz verlangen umfangreiche Reformen

WKOÖ-Präsident Trauner: Oberösterreichische Unternehmen sind unverzichtbare Stütze für die Gesundheitsversorgung

Wien/Linz (OTS) - Die rund 80.000 oberösterreichischen Unternehmen leisten einen unverzichtbar großen Beitrag zum Funktionieren des österreichischen Gesundheitssystems. Sie nehmen durch ihre innerbetrieblichen Anstrengungen im Bereich der Unfallverhütung oder dem Gesundheitsmanagement, aber vor allem mit ihren finanziellen Aufwendungen für die AUVA (1,4 % der Bruttolohnsumme) eine große soziale Verantwortung wahr.

Vor allem da sich die in den vergangenen Jahren von der AUVA erbrachten Leistungen stark gewandelt haben: Mittlerweile behandelt die AUVA in ihren sieben Unfall-krankenhäusern etwa 88 % Freizeit-und nur 12 % Arbeitsunfallopfer, obwohl Freizeitunfälle nicht unter ihren gesetzlichen Auftrag fallen und die Unfallkrankenhäuser der AUVA in erster Linie für die Behandlung von Arbeitsunfällen gedacht sind. Alle sonstigen Krankheitsfälle könnten theoretisch in anderen Krankenhäusern genauso behandelt werden. Aufgrund der außerordentlichen medizinischen Leistungen des jeweiligen medizinischen Personals vertrauen viele Patienten auch bei nicht akuten Fällen auf die medizinische Expertise der AUVA-Mediziner.

Präsident Trauner dazu: "Ohne die sozialen Anstrengungen der oberösterreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer gäbe es keine so hervorragende medizinische Versorgung bei uns! Aber die Tatsache, dass heute nur mehr ca. 12 Prozent der im UKH Linz stationär behandelten Fälle auf Arbeitsunfälle zurückzuführen sind und 88 Prozent auf Freizeitunfälle, gibt uns im Hinblick auf die finanzielle Situation schon zu denken."

Das Unfallkrankenhaus Linz ist eines der Musterhäuser der AUVA und gemeinsam mit dem AKH Linz die unfallchirurgische Anlaufstelle in Oberösterreich und Umgebung - und weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt für die optimale Versorgung von Brandverletzungsopfern. 2009 wurden im UKH Linz in Summe rd. 55.000 Patienten medizinisch versorgt. Von den 6.700 stationären Fällen waren nur rd. 800 auf einen Arbeitsunfall zurückzuführen. "Effizientes Agieren zeigt die unternehmergeführte AUVA auch im Bereich der Kooperationen hier im UKH Linz: die Zusammenarbeit mit dem AKH betreffend Medikamenteneinkauf, Labor oder auch dem Schließdienst mit der OÖ Gebietskrankenkasse ist beispielgebend für andere Krankenhäuser", so Präsident Trauner.

AUVA-Obmann Römer: "Reformen notwendig, um Qualität und Effizienz sicherstellen zu können"

Trotz der laufenden Reformprojekte der AUVA stößt die Finanzierung der Unfallversicherung - aber auch des gesamten Gesundheitssystems -durch gravierende Systemfehler an ihre Grenzen. An einer Gesamtlösung für die österreichische Gesundheitsversorgung, die vor allem auf einer gerechten Finanzierung der Leistungen und der Transparenz aufbauen muss, führt kein Weg vorbei. Mit der internen Prozessoptimierung und der Standortanalyse für alle Einrichtungen geht die AUVA mit gutem Beispiel voran. Zur Umsetzung weiterer Optimierungsschritte müssen aber endlich auch die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden.

Denn für die Behandlung von Freizeitunfällen bekommt die AUVA von den Krankenkassen nur ein Viertel ihrer Aufwendungen abgegolten. Darüber hinaus muss die AUVA auch für die Behandlung von Arbeitsunfällen in anderen Krankenhäusern einen unangemessen hohen Pauschbetrag (2009 in der Höhe von rund 170 Mio. Euro) bezahlen.

Die dadurch entstehende jährliche Unterdeckung von rd. 290 Mio. Euro muss von der AUVA und somit den Unternehmerinnen und Unternehmern getragen werden.

"Es kann auf Dauer nicht sein, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer auch hier in Oberösterreich die Krankenkassen quersubventionieren müssen", so AUVA-Obmann KommR Renate Römer. "Wir fordern daher eine vernünftige Gesamtlösung des österreichischen Gesundheitssystems und eine klare Abgeltung der AUVA-Leistungen."

Österreich hat unbestritten eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Die Finanzierung dessen liegt über dem OECD-Schnitt, allein 2007 wurden 10,1 % der Wirtschaftsleistung für die Gesundheitsversorgung in Österreich ausgegeben. Das ist der siebthöchste Wert in der OECD. Die AUVA und die Wirtschaftskammer nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und wollen die Qualität und Effizienz des Gesundheitssystems nachhaltig sichern. Durch Verwirklichung zentraler Grundsätze im Gesundheitssystem können Einsparungen und Effizienzsteigerungen erreicht werden, ohne die Behandlungsqualität zu senken.

Über die AUVA

Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 420.000 Selbständige sowie 1,3 Millionen Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, da die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten senkt.

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