Kapellari: Kirche darf sich in "Zeit der Prüfung" nicht lähmen lassen

Grazer Bischof bei steirischer Pfarrerwoche: Kirche ist "kein Schnellboot, aber sie bewegt sich"

Graz, 21.09.10 (KAP) Priester sollen sich angesichts mancher Krisensymptome in der katholischen Kirche "nicht lähmen lassen". Diesen Appell richtete der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari bei der laufenden steirischen Pfarrerwoche in Schloss Seggau an den Klerus seiner Diözese.

Die derzeitigen Krisensymptome innerhalb der katholischen Kirche und die damit einhergehende "Zeit der Prüfung" könnten "zumal uns Priestern die Flügel lähmen und uns traurig oder zornig machen" stellte Kapellari fest. Er wolle bestehende Probleme wie Schrumpfungen des kirchlichen Lebens, die schwindende Relevanz der Kirche in der Gesellschaft, die oft große Belastung der Priester und auch Verfehlungen kirchlicher Verantwortlicher gegenüber Kindern und Jugendlichen "nicht kleinreden". Dennoch hob der Bischof in seinem Referat vor dem steirischen Klerus hervor: "Ich lasse mich aber davon nicht lähmen und hoffe, dass es auch uns gemeinsam gelingt, sich nicht lähmen zu lassen."

Von der Kirche und besonders auch vom Papst werde heute erwartet, "dass vieles, was der Mehrheit in der öffentlichen Meinung widerspricht, einfach aufgegeben wird". Der große Erwartungsdruck, der "möglich Scheinendes und Unmögliches undifferenziert verklammert", sei in Zivilgesellschaft, Medien, auch innerhalb der Kirche sehr stark. Er wisse darum "aus vielen mich sehr bewegenden Begegnungen", so Kapellari, "und kenne auch die Plausibilität vieler solcher Wünsche".

Zugleich gab der Grazer Bischof zu bedenken, dass die große Weltkirche "kein Schnellboot" sei, das rasch auf Herausforderungen reagieren könnte. Auch was vielen Katholiken als "höchst plausibel" erscheinen möge, könne Substanz und Identität der Kirche gefährden. Deshalb dürfe die Kirche "nicht galoppieren", aber - so Kapellari weiter - "sie bewegt sich, weil sie lebendig und weil Leben ein Ineinander von Kontinuität und Veränderung ist".

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