FP-Frank: Staudammprojekt im ostanatolischen Ilisu muss gestoppt werden

Wien (OTS/fpd) - Im ostanatolischen Ilisu soll ein Staudammprojekt entstehen. Aus kulturgeschichtlicher Sicht ist der Aufstau des Tigris ein riesiger Frevel. Durch den Aufstau des Tigris werden frühgeschichtliche Höhlensiedlungen, die bis zu 10.000 Jahre alt sein könnten, unter der Wasseroberfläche verschwinden. Frühbyzantinische Brückenpfeiler sind ebenfalls massiv gefährdet. Deren angekündigte Versetzung ist fragwürdig und würde die Bauwerke aus ihrem historischen Kontext herausreißen. Daher werden in aller Welt Versuche unternommen, dieses Kulturgut der Menschheit für die Zukunft zu erhalten, so die Landtagsabgeordnete der FPÖ-Wien Henriette Frank im Zuge der heutigen Landtagssitzung.

Durch das Staudammprojekt würde eine Landfläche von 300 km2 überflutet werden. 200 Siedlungen würden teilweise oder ganz in den Fluten versinken. An die 80.000 Menschen müssten nach dem Verlust ihrer Heimat umsiedeln. Die gewachsene regionale Siedlungsstruktur geht für die betroffene Bevölkerung unwiederbringlich verloren.

Der benachbarte Irak hingegen fürchtet nicht ganz zu Unrecht, dass ihm das Wasser des Tigris abgegraben werden könnte. Diese Maßnahme könnte sich anbahnende Konflikte um die Wasserversorgung verschärfen.

Die Österreichische Kontrollbank und ihre Gegenstücke in Deutschland und der Schweiz verpflichteten die türkische Regierung zur Einhaltung zahlreicher Auflagen, die diese nach wiederholter Aufforderung zum überwiegenden Teil nicht einhielt. Daraufhin zogen die Österreichische Kontrollbank und die entsprechenden Institute in der BRD und in der Schweiz ihre Garantien für das Projekt zurück.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan verkündete im Februar 2010, dass das Projekt vom Inhaltlichen und Zeitlichen her unverändert vorangetrieben werde, was durch Aussagen der örtlichen Bevölkerung über die zügige Fortsetzung der Bauarbeiten bestätigt wird. Mittlerweile wurde sogar unter dem Vorwand einer Sicherheitsmaßnahme der Zugang zum höher gelegenen Teil der antiken Stätte, von deren riesigem Ruinenfeld man eine wunderbare Aussicht auf den heutigen Ortskern hat, erheblich eingeschränkt.

Aus diesem Grund brachte die FPÖ-Wien einen Beschlussantrag betreffend Stopp des Staudammprojektes im ostanatolischen Ilisu ein. Auch dieser Antrag wurde nicht zugelassen, so Frank abschließend. (Schluss) hn

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