Schwentner zu Frauenhandel: Grüne kritisieren Ignoranz der ÖVP-Frauen

Wissenslücken der ÖVP-Frauen beim Thema Frauenhandel

Wien (OTS) - Mit Empörung haben die ÖVP-Frauen heute in einer Presseaussendung auf die international gültige Definition des Begriffs Frauenhandel durch die Frauenministerin Heinisch-Hosek reagiert. Mehr als verwundert zeigt sich die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, über die Aussagen der ÖVP-Frauen: "Die Unkenntnis der ÖVP-Frauen über das Thema Frauenhandel ist unglaublich. Alle Frauen, die mit Gewalt oder aufgrund falscher Versprechungen nach Österreich gebracht wurden und hier unfreiwillig und unter sklavenähnlichen Verhältnissen ausgebeutet werden, sind Opfer von Frauenhandel. Unabhängig davon, ob sie in der Sexarbeit, in Botschafterhaushalten, im Gastgewerbe oder in der Landwirtschaft ausgebeutet werden." Denn in Österreich ist nicht nur der grenzüberschreitende Prostitutionshandel, sondern auch die Ausbeutung der Arbeitskraft in anderen Wirtschaftszweigen nach §104a StGB (Menschenhandel) strafbar.

"Die Ignoranz und Verleugnung der ÖVP-Frauen gegenüber dieser modernen Form der Sklaverei ist irritierend. Diese Äußerungen zeigen auf, dass in Österreich noch viel Bewusstseinsarbeit zu diesem Thema gemacht werden muss. Opfer von Frauenhandel werden sich nur dann trauen Hilfe anzunehmen, wenn ihnen deutlich und klar signalisiert wird, dass dieses Verbrechen in Österreich nicht toleriert wird. Die Äußerungen der ÖVP zu diesem Thema sind daher mehr als entbehrlich", so Schwentner. Denn Betroffene von Frauenhandel brauchen behördlichen Schutz und die sofortige Einbeziehung von Opferschutzeinrichtungen bei Verdachtsfällen. "Die ÖVP-Frauen sollten sich lieber für ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Opfer von Frauenhandel stark machen. Denn Betroffene brauchen Zukunftsperspektiven und Schutz", so Schwentner.

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