Neue Ära der Influenza-Impfung ab Oktober

Influenza ist unberechenbar - Erster Impfschutz für Personen mit Nadelangst - Auswirkungen auf die Lunge - Die Bedeutung der Impfung für Kinder - Influenza-Aktion in allen Apotheken

Wien (OTS) - Das Vertrauen der Bevölkerung in ihre eigene Widerstandskraft ist groß, das Wissen um die Gefährlichkeit der Influenza mangelhaft und das Risikobewusstsein gering. Die jährlich auftretende Grippe ist die am meisten unterschätzte Infektionskrankheit in Österreich. Rund 380.000 Österreicher sind im Winter 2009/2010 an der saisonalen Influenza erkrankt, rund 2.500 Personen sind an den Folgen der akuten Atemwegsinfektion gestorben. (Im Vergleich dazu: Bei der pandemischen "Schweinegrippe" wurden im gleichen Zeitraum rund 4.000 Erkrankungsfälle und 40 Todesfälle registriert).

Influenza ist unberechenbar

Die abgelaufene Pandemie mit dem H1N1 Virus hat in weiten Teilen der Bevölkerung dazu geführt, Influenza als "nicht gar so schlimm" einzustufen. "Dabei sind Influenza-Viren völlig unberechenbar und gerade deshalb so gefährlich", gibt Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter der Unit Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin an der Medizinuniversität Wien, zu bedenken.

Trotz der Gefährlichkeit der Viren hat die Durchimpfungsrate im Vorjahr einen neuen Tiefststand erreicht: Nur 10 Prozent der Bevölkerung, beziehungsweise 33 Prozent der stark gefährdeten Zielgruppe der über 60-Jährigen, haben sich einer Influenza-Impfung unterzogen.

Erster Impfschutz für Personen mit Nadelangst

Eine neue, intradermale Grippeschutzimpfung soll nun auch Personen mit Nadelangst dazu bringen, sich impfen zu lassen. Außerdem wird durch diese neue Art der Impfstoff-Verabreichung vor allem auch bei älteren Personen - die in der Regel nicht mehr so gut auf Impfungen ansprechen - eine höhere Immunantwort erzielt. "Da Senioren durch eine Influenza-Erkrankung besonders gefährdet sind, aber weniger gut auf die jährliche Influenzaimpfung ansprechen, besteht ein Bedarf an maßgeschneiderten Impfstoffen mit höherer Immunogenität. Dies kann durch die intradermale Gabe des Influenza-Impfstoffes erreicht werden.", sagt a.o. Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld, Facharzt für Dermatologie und Venerologie und Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik im AKH Wien.

Die intradermale Injektion ist einfach und zuverlässig. Das Mikronadel-Injektionssystem besitzt eine extrem kurze und dünne Mikronadel, die in etwa 10-mal kürzer ist als eine herkömmliche Impfkanüle. Dadurch ist die Injektion nahezu schmerzfrei.

Auswirkungen auf die Lunge

Die so genannten "Erkältungskrankheiten" sind meist banale, virale Infekte und treten vor allem in der kalten Jahreszeit häufig auf. Demgegenüber steht die Influenza, die oft eine schwere Erkrankung darstellt und auch der Wegbereiter einer Lungenentzündung sein kann. Zu den Komplikationen zählen bakterielle Superinfektionen, Dekompensationserscheinungen einer chronischen Erkrankung, Meningitis, Enzephalitis, Myositis oder Myokarditis. "Influenza erzeugt Krankheit, Leid, Komplikationen und Kosten. Influenzaimpfen spart zirka das Dreifache wieder ein, was durch das Impfen ausgegeben wurde und ist damit klar kosteneffizient", sagt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp, Leiter des Gesunde Lunge-Instituts für Atemwegs- und Lungenerkrankungen und Abteilungsvorstand der 11. Medizinischen Abteilung im Geriatriezentrum am Wienerwald.

Die Bedeutung der Impfung für Kinder

Jedes Jahr infizieren sich rund 25 bis 30 Prozent der Kinder mit Influenzaviren. "Gerade Klein- und Schulkinder sind die ersten, die bei einer beginnenden Grippewelle erkranken - und zudem oft schwerer und länger andauernd als Erwachsene", betont MR Dr. Wilhelm Sedlak, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer und Delegierter der EAP (European Academy of Paediatrics). Zudem sind Kinder die wichtigsten Übertragungsquellen für Influenza-Viren, weil sie auf Grund ihrer räumlichen Kontakte in Kindergärten und Schulen eng beisammen sind, eine höhere Viruskonzentration aufweisen und eine länger andauernde Infektiosität als Erwachsene haben. Daher sollte man vor allem in dieser Altersgruppe mit der präventiven Influenza-Impfung beginnen.

Influenza-Aktion in den Apotheken

Die 1.280 Apotheken in Österreich bieten vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2010 alle Influenza-Impfstoffe für Erwachsene um 4 Euro billiger und den Influenza-Impfstoff für Kinder um 2 Euro billiger an. "Wir wollen erreichen, dass sich so viele Österreicher wie möglich impfen lassen", sagt Frau Mag.pharm. Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer. Die vergünstigten Impfstoffpreise für Erwachsene liegen je nach Hersteller zwischen 15,45 Euro und 19,70 Euro. Der Kinder-Impfstoff kostet während der Aktion 12,90 Euro. Die neuen Preise entsprechen einer Senkung von rund 20 Prozent.

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Mag. Jutta Pint, Mag. Gudrun Reisinger
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