ÖH Uni Graz: Auszug aus "Politik am Campus: Universitas Quo Vadis?"

mit Elisabeth Grossmann (SPÖ), Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), Philipp Funovits (KPÖ) und Werner Kogler (Grüne) Mo. 20.Sept.2010, 18 Uhr Hörsaal A (Willi-Gaisch-Hörsaal)

Graz (OTS) - Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, der Willi-Gaisch Hörsaal war trotz der vorlesungsfreien Zeit voll. 350 Gäste kamen, um sich eine Entscheidungsgrundlage für die steirischen Landtagswahl zu holen. Wir fassen die wesentlichen Aussagen der Diskussionen zusammen:

SPÖ:

"Bildung ist, von sich und seiner Umwelt ein Bild zu haben. Sie endet nie und beginnt schon in den frühesten Jahren", so Grossmanns Auffassung von Bildung. Im Laufe der Diskussion spricht sich Grossmann gegen Zulassungsbeschränkungen und Studiengebühren allerdings für Studieneingangsphasen aus. In der Budgetfrage verweist sie auf den Koalitionspartner: "Den Willen zur Tat vermisse ich beim Koalitionspartner auf Bundesebene."

ÖVP:

Kristina Edlinger-Ploder stellt richtig fest:" Bildung ist ein Prozess, neugierig und offen zu sein mit der Unterstützung von Ausbildung und Wissen." Sie differenziert aber zwischen Bildung und Ausbildung. Letztere diene um ein Produkt abzuliefern. Edlinger-Ploder spricht sich für Studiengebühren aus und weist die grünen Finanzierungsvorschläge als "Milchmädchenrechnung" zurück.

KPÖ:

Funovits startet die Diskussion mit dem Statement, Bildung findet nicht nur an den Universitäten statt, er weist dennoch auf die prekäre Situation der Unis hin und kritisiert im Zuge dessen: "Man darf den Unis nicht zumuten Standardfaktor, also Mittel zum Zweck zu sein." Funovits weist auch auf die Problematik der Schulen hin: "Wir müssen die Schulen aus dem Würgegriff der Großparteien holen."

Die Grünen:

"Bildung ist die Selbstermächtigung des Denkens.", so Werner Kogler. Er konzentriert sich primär auf die Finanzierungsfrage
im Bildungssektor und beantwortet diese mit Umverteilung Transaktionssteuer, Erbschaftssteuer,...). Kogler spricht sich wie SPÖ und KPÖ gegen Studiengebühren aus. Wesentlich für die "Blockadepolitik", insbesondere in der Bildungspolitik Schulpolitik) sei die Landdeshauptleutekonferenz verantwortlich.

Unser Resümee:

"Im Laufe der Diskussion wichen die KandidatInnen immer wieder auf die Schulpolitik aus. "Aus der Sicht der ÖH bedeutet vernünftige Universitätspolitik, Schulpolitik immer mitzudenken" so Cengiz Kulac aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Graz. Trotzdem fehlten auf dem Terrain der Universitätspolitik konkrete Lösungsvorschläge, auch im
Bezug auf Landespolitische Kompetenzen (Wohnbeihilfe, Standortfaktor, Fachhochschulen,...).

"Die Landespolitik muss sich für die Beendigung der chronischen Unterfinanzierung der Unis einsetzen", konstatiert Harald Braunstein, aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Graz, die zentrale Aufgabe der Landespolitik. Den Anschein, dass sich die KandidatInnen darum bemühen würden, machten diese nicht.

"Auch die Landesebene muss Farbe bekennen" so Marie Therese-Fleischhacker von der ÖH Bundesvertretung. "Es kann nicht sein, dass mit dem Finger auf die Bundespolitik gezeigt wird, aber trotzdem alles mitgetragen wird" so Fleischhacker abschließend.

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ÖH Universität Graz,
Cengiz Kulac
Tel.: 0676/ 89 75 19 32 1
cengiz.kulac@uni-graz.at

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