Pirklhuber: Futtermittel in Österreich müssen endlich 100% Gentechnikfrei werden

Grüne: Wlodkowski völlig inkompetent - unsere Tiere fressen Gentechnik-Futter

Wien (OTS) - "Der steirische ÖVP-Politiker und Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammern Gerhard Wlodkowski outet sich in Sachen Agro-Gentechnik als völlig inkompetent. ,Fleisch sei immer zu 100 % Gentechnikfrei!', behauptete dieser kürzlich in einer Reaktion auf Gesundheitsminister Stöger, der ein staatliches Gütesiegelgesetz für Gentechnikfreiheit vorschlägt", kritisiert Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit der Grünen.
"Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass der Gen-Transfer aus dem Verdauungstrakt in die Blutbahn und die Organe bei Tieren nicht ausgeschlossen werden kann und dass die gentechnisch manipulierten Gensequenzen sogar direkt über die Ausscheidungen in den Boden gelangen", informiert Pirklhuber und verweist auf eine aktuelle umfassende Zusammenstellung wissenschaftlicher Ergebnisse der ARGE Gentechnikfrei vom September 2010, die über 300 kritische Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von Gentech-Soja auf Natur, Umwelt, Gesundheit der Tiere und Menschen sowie die bäuerlichen Erzeuger darstellt und von namhaften internationalen Wissenschaftlern erstellt wurde.
"Der Etikettenschwindel bei tierischen Produkten, wie Fleisch und Eier, die von Tieren stammen, die mit Gentechnik-Soja gefüttert werden muss daher endlich aufhören. Die KonsumentInnen dürfen auch durch das AMA-Gütesiegel, das bei Fleisch derzeit keine Gentechnikfreiheit gewährleistet, nicht länger hinters Licht geführt werden", kritisiert Pirklhuber die Untätigkeit und Blockadehaltung der Landwirtschaftskammern.
38 Millionen Tonnen Sojamehl werden jährlich in die EU importiert -vorwiegend aus den USA, Brasilien und Argentinien - davon sind etwa 65% GVO-Soja. In Österreich landen mehr als 1000 Tonnen oder 50 Lkw-Ladungen GVO-Soja täglich im Futtertrog bei Schweinen, Mastrindern und Geflügel!
"Die Landwirtschaftskammer Österreich hat bisher kaum etwas unternommen, um die Versorgung aller heimischen Betriebe mit gentechnikfreien Futtermitteln, selbstverständlich möglichst zum selben Preis, sicherzustellen. Stattdessen verbreiten sie das Märchen, dass die kleineren Bauern bei einer Umstellung auf Gentechnikfreiheit zusperren müssten", so Pirklhuber und weist darauf hin, dass die Raiffeisen Ware Österreich bei einem der größten europäischen Gen-Soja-Importeure im Aufsichtsrat sitzt.

"Tatsächlich gibt es ausreichende Mengen gentechnikfreier Futtermittel am Markt - wie das Handelshaus Pilstl als Händler von GVO-freiem Soja - beweist. Darüber hinaus wollen die Grünen Bäuerinnen und Bauern, dass in Europa endlich ein Programm für gentechnikfreie Eiweißfuttermittel umgesetzt wird. Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Sojabohnen können wir auch in Österreich und den Nachbarländern verstärkt selbst anbauen und dies natürlich zu 100 % Gentechnikfrei. Dies ist ein Beitrag für mehr Kreislaufwirtschaft und stärkt das Vertrauen in die heimische Landwirtschaft", so Pirklhuber. Er fordert Minister Stöger auf einen Runden Tisch in Sachen Gütesiegelgesetz mit den VertreterInnen der NGOs, der ARGE Gentechnikfrei und den Landwirtschaftskammern einzuberufen, um die offenen Punkte umgehend abzuklären, um endlich die staatliche Anerkennung für das Gentechnikfrei-Siegel sicherzustellen.

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