Neues Volksblatt: "Wehrpflicht?" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 18. September 2010

Linz (OTS) - Allgemeine Wehrpflicht oder nicht - darauf spitzt
sich die derzeitige Diskussion rund ums Bundesheer zu. Und genau damit läuft die Diskussion falsch. Weil die Frage Wehrpflicht ja oder nein nicht die entscheidende ist. Vielmehr bedarf es zuerst einer umfassenden neuen Definition der Aufgaben des österreichischen Bundesheeres angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa. Nicht böse Nachbarstaaten sind es, die uns heute bedrohen, das Gefährdungspotenzial kommt aus anderen Ecken, Stichwort Terrorismus. Weiters muss gewährleistet sein, dass Österreich seinen Verpflichtungen bei internationalen Einsätzen nachkommen kann. Und auch in der Zukunft wird der Einsatz der Soldaten bei Katastrophen eine wichtige Aufgabe sein. Alle diese Aufgaben gilt es genau zu definieren und daraus die erforderliche personelle Stärke des Heeres abzuleiten. Erst dann kann ernsthaft diskutiert werden, ob es dazu der Wehrpflicht bedarf oder nicht. Sollte sich ergeben, dass die Wehrpflicht in der heutigen Form nicht mehr erforderlich ist, so bleibt freilich immer noch die Frage des Zivildienstes. Denn das Aus für die Wehrpflicht bedeutet auch das Aus für den verpflichtenden Zivildienst. Mit allen Konsequenzen für jene Institutionen, die heute auf Zivildiener angewiesen sind.

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