NÖ: Arbeitslosigkeit geht zurück, aber nur für Männer

AKNÖ fordert: "Mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt"

Wien (OTS) - In jüngster Vergangenheit waren erste erfreuliche Meldungen zum österreichischen Arbeitsmarkt seit der Wirtschaftskrise zu hören. Es hieß, dass das Schlimmste überstanden sei und die Arbeitslosigkeit endlich zurückgehen würde. Allerdings nicht für alle gleichermaßen, wie AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Claudia Tschernutter weiß:
"Die Wirtschaftskrise hat die soziale geschlechtsspezifische Schieflage noch verstärkt.
Zwar waren Männer im Jahresrückblick etwas stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen, doch im Vergleich zu Männern nimmt die Frauenarbeitslosigkeit nur sehr verhalten ab."
Das bestätigen auch die aktuellen Zahlen der Statistik Austria, wonach in Österreich im Jahresverlauf die Arbeitslosigkeit nur für Männer gesunken ist. Sie ging um 0,7 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zurück, während jene der Frauen praktisch stagnierte.
Auch in Niederösterreich ist dieser Trend erkennbar. Quer durch alle Altersgruppen geht die Arbeitslosigkeit bei Männern zum Teil deutlich stärker zurück als bei Frauen.

Frauen stärker von Krise betroffen

"Wirtschaftliche Krisenzeiten, in denen Arbeitsplätze knapp werden, fördern das Zurückdrängen von Frauen aus dem Arbeitsmarkt und das Abdriften in prekäre Arbeitsverhältnisse. Das hat wiederum Auswirkungen auf die soziale Absicherung und die Einkommenssituation", so AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler. Hinzu kommt, dass Frauen zumeist mehr Hausarbeit oder Betreuungsarbeit verrichten als Männer - Tätigkeiten, die bekanntlich nicht entlohnt werden, aber viel Zeit beanspruchen. Laut Statistik Austria wurden bei den Erwerbstätigen in den vergangenen Monaten 20.000 Vollzeitstellen durch Teilzeitstellen ersetzt. 25.700 Vollzeit-Arbeitsplätze vor allem von jungen und geringer qualifizierten Frauen wurden im Jahresvergleich gestrichen. Der Rückgang von Vollzeitstellen trifft weibliche Arbeitnehmerinnen am meisten.

Frauen sind daher von den Auswirkungen der Krise oftmals ungleich mehr betroffen als Männer. Zum Jobverlust oder dem Umstieg von Voll-auf Teilzeitarbeit kommt die Armutsgefahr hinzu, die entsteht, wenn Frauen sich aufgrund der schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus dem Arbeitsleben zurückziehen.

"Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Grundvoraussetzung"

"Damit Frauen sich aus der Armuts- und Arbeitslosenfalle befreien können, bedarf es Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese sind eine Grundvoraussetzung für chancengleiche Frauenbeschäftigung", betont Adler. Arbeit müsse dabei neu bewertet werden. Zeitliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde dann Frauen leichter fallen. Wenn Teilzeitarbeit freiwillig gewählt werde, sei sie an sich für viele Frauen ein attraktives Modell, jedoch, so Adler, "muss Teilzeitarbeit auch in qualifizierten Branchen möglich sein".

"Sozialpartner sind gefordert"

"Auch Frauen brauchen Jobs mit einem Einkommen von dem sie leben können. Sonst ist Armut und insbesondere Altersarmut vorprogrammiert. Deshalb sind unsere frauenpolitischen Schwerpunkt-Themen von AKNÖ und ÖGB NÖ Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Einkommengerechtigkeit, Arbeitsbewertung und natürlich Chancengleichheit. Diese Themen sind von den Sozialpartnern weiterhin voranzutreiben, damit bedarfsgerechte gesetzliche Rahmenbedingung auf Landes- und Bundesebene geschaffen werden", erklärt die ÖGB NÖ Frauenvorsitzende und Leiterin der AKNÖ Abteilung Frauenpolitik, KRin Christa Bogath.

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