64. Wiener Gemeinderat (4)

Debatte zu Planung und Verkehr

Wien (OTS) - GR Mag. Rüdiger Maresch (Grüne) bezweifelte in seinen Ausführungen, dass es optimal sei, die U1 bis Rothneusiedl zu bauen. Er kritisierte die hohen Fahrscheinpreise und schlug eine Jahresnetzkarte zum Preis von 100 Euro, eine Monatskarte um 10 Euro und einen Einzelfahrschein um 1 Euro vor. In einem Antrag forderte er die Einführung eines neuen Tarifmodells bei den Wiener Linien. Zwei weitere Anträge betrafen die Erhaltung der Schnellbahnstationen "Lobau" und "Hausfeldstraße". Das Nachtflugverbot über ganz Wien von 22 Uhr bis 7 Uhr war Inhalt des vierten Antrages. In Zürich und auch Basel gebe es bereits ein derartiges Nachtflugverbot.

GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) meinte zur Wiener Verkehrspolitik, dass in den vergangenen Jahren die AutofahrerInnen benachteiligt wurden, dennoch gebe es immer mehr Autos. Eine Zunahme sei vor allem bei Motorrädern zu erkennen, man sehe, der Mensch wolle Individualität. Die Politik sei eindeutig gescheitert, die Ziele des Masterplans seien nicht erreicht worden. Die Anzahl der Ampelanlagen sei erhöht worden, mehr Staus und unzufriedene Menschen seien die Folge. Er übte Kritik an der Einstellung der Förderungen für E-Cars, Schicker verhindere so die E-Mobilität. In einem Antrag forderte er die Erhaltung der S-Bahn-Station "Lobau". Die kostenfreie Fahrradmitnahme rund um die Uhr in U-Bahnen sowie eine zweite U-Bahn-Anbindung an den geplanten Hauptbahnhof waren Inhalt zweier weiterer Anträge. Gerstl forderte einen barrierefreien Zugang beim Stationsgebäude der U2-Station Donauspital in einem vierten Antrag. Die Ergänzung des City-Bikes-Systems durch Elektrofahrräder sowie die verpflichtende Fahrradausbildung für Kinder ab 10 Jahren waren Inhalt weiterer Anträge.

GR Karlheinz Hora (SPÖ) stellte fest, dass der vorliegende Tagesordnungspunkt zum Verkehrsthema mit vielen Anträgen mutiert sei. Die Forderung nach Abstellplätzen komme seitens der Biker immer wieder, die Busspuren freizugeben wäre zu gefährlich. Die Anzahl der Kraftfahrzeuge sei in den letzten zehn Jahren um 4,1 Prozent gestiegen, die Bevölkerungsanzahl habe sich um 8,64 Prozent erhöht. Dies zeige auf, dass die Stadt nachweislich den richtigen Weg betreffend Modal Split gewählt habe. Die SPÖ stimme betreffend Forderung der Fahrradausbildung für Kinder ab 10 Jahren überein, es sei jedoch viel mehr unternommen worden, wie das Beispiel "Aktion Zebra" zeige. Der neue Hauptbahnhof sei eine internationale Drehscheibe, der zweite U-Bahn-Anschluss sei aufgrund der Nichterreichung der Frequenz nicht gerechtfertigt. Die Fahrradmitnahme in U- und S-Bahnen werde mit den nächsten Schritt an Samstagen ganztägig möglich sein. Die SPÖ habe zudem die Wichtigkeit des Themas E-Bikes sehr wohl erkannt. Er brachte einen Antrag betreffend Ergänzung des City-Bike-Systems ein. Gerade der Verkehr in Wien sei ein Beweis dafür, so Hora, dass man sich auf den richtigen Weg befinde. Die Verkehrsentwicklung habe im Regionalverkehr in ganz Wien abgenommen. (Forts.) mos/rr

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