Gesundheit: Diskussion rund um Apotheker-Vorschlag nach kontrollierter Selbstmedikation

Wien (OTS) - Der Vorschlag, den Patienten mehr Verantwortung zu geben und kontrollierte Selbstmedikation über die öffentliche Apotheke zu fördern, war auch heute, Freitag, Thema einer hochrangigen gesundheitspolitischen Diskussion beim Verbandstag 2010 des Österreichischen Apothekerverbandes in Salzburg. Unter anderem analysierten Hauptverbands-Vorstand Dr. Hans Jörg Schelling, Pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber und die beiden Vertreter der Landespolitik, ÖVP-Klubobfrau Mag. Gerlinde Rogatsch und SP-Abgeordneter und Arzt Dr. Josef Schlömicher-Thier die Situation der Finanzen im Gesundheitswesen.

Präsident Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann verteidigte dabei seinen gestrigen Vorschlag für mehr kontrollierte Selbstmedikation und verwies auf die Studie des Instituts für pharmaökonomische Forschung (IPF), wonach mehr als 740 Millionen Euro jährlich eingespart bzw. umgeschichtet werden könnte, wenn OTC Medikamente von noch zu definierende Bagatellerkrankungen nicht mehr von der Kasse erstattet werden.

"Die Krankenkassen sind keine Selbstbedienungsläden. Wir haben eine Leistungsexplosion im System und riesige Probleme kommen durch Demographie und den dadurch bedingten Anstieg chronischer Erkrankungen erst auf uns zu. Daher brauchen wir Vorschläge, wie wir Kosten dämpfen können", plädierte Bachleitner-Hofmann heute erneut für kontrollierte Selbstmedikation und mehr Verantwortung für den Patienten. Wer nicht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt gehe, entlaste die vollen Wartezimmer, mache den Weg frei für die Behandlung wirklich Erkrankter, vermeidet Krankenstandstage und höhere Medikamentenkosten, so der Apothekerverbandspräsident.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass frisches Geld ins System das Problem nicht lösen würde, weil notwendige Reformen dann nicht angegangen werden könnten. Das vorhandene Geld müsse besser, effizienter und transparenter eingesetzt werden.

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