Rudas und Schieder fordern Auflösung der ÖIAG und RH-Prüfung von Michaelis-Boni

"Pröll steht hinter Michaelis, die SPÖ steht hinter den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern"

Wien (OTS/SK) - Finanzstaatssekretär Andreas Schieder und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas forderten heute, Freitag, im Zuge einer gemeinsamen Pressekonferenz die Auflösung der ÖIAG. Überdies soll der Rechnungshof die Umstände der Bonuszahlungen für ÖIAG-Vorstand Michaelis - die 2009 und 2010 rückwirkend festgelegt wurden sowie für Jobabbau geltend werden sollen - überprüfen. "Aus wirtschaftspolitischer Sicht würden strategische Beteiligungen des Staates auch ohne die zwischengeschaltete Struktur ÖIAG sehr gut funktionieren", betonte Schieder. Rudas wies auf die krasse Unverhältnismäßigkeit innerhalb der Staatsholding hin: "Fünfzehn Aufsichtsräte beaufsichtigen einen Vorstand, dessen einzige Aufgabe es ist, in Aufsichträten von drei Beteiligungen zu sitzen." ****

Strategische Beteiligungen des Staates seien grundsätzlich sinnvoll, "das hat die Krise gezeigt". Investitionen in die Infrastruktur würden zukünftig Rückflüsse und Wertschöpfungsgewinne in der Höhe von 72 Milliarden Euro bringen. Die ÖIAG brauche es dafür allerdings nicht, so Schieder, der die Staatsbeteiligungen auf die "sachlich am naheliegendsten Ressorts" aufteilen würde.

Außerdem stellt sich für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas die Frage, wie glaubwürdig eine Politik sei, die einerseits von Sparen redet und sich andererseits eine überholte Struktur mit überbezahlten Managern leistet. "Der Eigentümervertreter, namentlich Finanzminister Pröll, ist den Eigentümern und somit den österreichischen Steuerzahlern verpflichtet und nicht Herrn Michaelis", so Rudas, die überdies fordert, die Bonusvereinbarungen für Michaelis durch den Rechnungshof prüfen zu lassen. "Pröll steht hinter Michaelis, die SPÖ steht hinter den Steuerzahlern", betont Rudas. Es sei zu prüfen, ob "die jüngsten Vorkommnisse (Prämie für Jobabbau und Kündigung von Betriebsräten) ausreichend sind, um dem Vorstand das Vertrauen mit sofortiger Konsequenz zu entziehen".

"Als Manager eines Unternehmens mit Staatsbeteiligungen kann man sich einen guten Namen machen, aber keine goldene Nase verdienen", so Schieder. Die jüngst zutage getretene Bonus-Vereinbarung von Michaelis verstoße gegen die Vorstellung, Bonuszahlungen an den mittel- und langfristigen Erfolg der Unternehmen zu koppeln. Und weiter: "Wenn der Staat Kriterien für börsennotierte Unternehmen festlegt und es dann vollkommen egal ist, wenn diese von Staatsunternehmen nicht eingehalten werden, läuft etwas schief"." (Schluss) mo/sa

SERVICE: Die Unterlage zur Pressekonferenz steht auf www.spoe.at zum Download bereit.

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