Bayr zu Weltfriedenstag: Meiste Kriegsopfer sind Zivilisten

Einzige Nutznießer der Kriege sind Waffenindustrie und Waffenhändler

Wien (OTS/SK) - "Die Beendigung aller gewaltsamen Konflikte und
die Verhinderung neuer todbringender Auseinandersetzungen ist und bleibt eine der Grundvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben weltweit", erklärt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, anlässlich des Weltfriedenstages am 20. September, "die meisten Opfer aller kriegerischen Konflikte sind Zivilisten, besonders Frauen und Kinder, die weder diese Kriege beginnen noch je die Möglichkeit haben, sie zu beenden. Einzige Nutznießer von Kriegen sind Waffenindustrie und Waffenhändler bzw. -exporteure. Ich bin davon überzeugt, dass die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes aufgrund von Waffenproduktion keine Rechtfertigung für all das damit verbunden Leid sein kann und deshalb weltweit geächtet sein muss!" ****

Die Durchsetzung der UN Resolution 1325 ist nach nunmehr zehn Jahren noch nicht gelungen. Diese wurde im Oktober 2000 einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet und zielt darauf ab, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtung und den Wiederaufbau mit einzubeziehen. "Bislang konnte diese Resolution leider noch nicht die beabsichtigte Wirkung entfalten", so Bayr, "mit der nunmehrigen Einsetzung der UN-Women ist daher ein wichtiges Instrument zur Realisierung dieser Resolution entstanden."

Im Juni 2008 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine weitere Resolution zu dem Thema: Die Resolution 1820, welche "die sofortige und vollständige Einstellung aller Akte sexueller Gewalt gegen Zivilisten durch alle Konfliktparteien bewaffneter Auseinandersetzungen" fordert und an die bis dahin zu wenig beachtete 1325 anknüpfte. "In Staaten wie in der Demokratischen Republik Kongo ist es Frauen nämlich kaum möglich, am öffentlichen Leben und damit an Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtung und Wiederaufbau teilzunehmen", erläutert Bayr, "da dort besonders brutale Vergewaltigungen an der Tagesordnung stehen, die aufgrund der damit verbundenen Konsequenzen den gesellschaftlichen Zusammenhalt in weiten Teilen des Landes bereits zerstört haben. Auch wenn die kongolesische Gesellschaft schon vor dem Krieg durch eine frauenunterdrückende Struktur geprägt war - die Anhäufung der Massenvergewaltigungen inklusive Folter, Verstümmelung und Ermordung im letzten Jahrzehnt ist in der DRK mit dem Krieg und der mit ihm stets einhergehenden Verrohung der Menschen gekommen."

"Unsere Bemühungen um Entwicklung und Gleichberechtigung werden ohne die Eindämmung von Gewalt und Zerstörung nicht fruchten können", so Bayr abschließend, "deshalb sollte sich die internationale Staatengemeinschaft darin einig sein, auf gute Verdienste durch Kriege verzichten zu können und vielmehr alles daran setzen, in allen Teilen der Welt gewaltlose Konfliktlösungsmodelle zu institutionalisieren." (Schluss) sm

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