TIROLER TAGESZEITUNG "KORREKTUR LEITARTIKEL" Freitag, 17. September 2010, von Gabriele Starck: "Die Blamage der UMIT war absehbar"

Der bislang unkritische Umgang des Landes mit der UMIT schadet auch jenen, die dort gute Arbeit leisteten.

Innsbruck (OTS) - Wie ein Blitz hat die Nachricht keineswegs eingeschlagen. Dazu war die UMIT schon zu lange vorgewarnt. Ein Donnerschlag war es aber allemal, dass der Akkreditierungsrat dem Doktorat für Gesundheitswissenschaften an der Privat-Uni die Zulassung entzog.
Ein gewisses Gefühl der Schadenfreude hat die Meldung bei vielen ausgelöst, nicht nur bei jenen, die am akademischen Wert des Haller Gesundheits-Doktors schon immer gezweifelt haben. Das Machtwort des Akkreditierungsrats dürfte vor allem bei den Verantwortlichen der anderen Hochschulen Wohlbefinden erzeugt haben. Denn weder an den beiden öffentlichen Universitäten in Innsbruck noch an den Fachhochschulen konnte man sich seit Gründung der UMIT des Eindrucks erwehren, dass die vom Land finanzierte Haller Universität eine bevorzugte Behandlung von der Tiroler Politik genießt. Diese Wahrnehmung wurde durch die Bestellung des UMIT-Rektors Bernhard Tilg 2008 zum Regierungsmitglied nur verstärkt. Und Letzterer selbst tat in den vergangenen zwei Jahren wenig, um dieses Unbehagen auszuräumen. Im Gegenteil - die Hochschulen fühlten sich einige Male sogar ausgenutzt bzw. ausgebootet, zuletzt etwa bei der Einrichtung der Mechatronik.
Jetzt kann Tilg die schiefe Optik geraderücken, indem er alle Teilbereiche und Studien der UMIT - für die Öffentlichkeit transparent - auf ihre Qualität, ihre Effizienz und ihren Sinn hin überprüfen lässt und auch überdenkt. Immerhin ist es das Steuergeld der Tirolerinnen und Tiroler, das nach Hall fließt. Nur so kann er das Bild von der UMIT korrigieren, ihre Existenz rechtfertigen und jenen an der Einrichtung gerecht werden, deren Arbeit - sei es in der Forschung oder in der Lehre - tatsächlich anerkannt ist und das auch international.

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