Ärztekammer: Erweiterte Selbstmedikation gefährdet Patientensicherheit

Schwere Krankheiten könnten übersehen werden - Qualitätsspirale dreht sich nach unten

Wien (OTS) - Als Anschlag auf alle Bemühungen zur Hebung der Patientensicherheit bezeichnete der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, am Freitag den Vorschlag des Österreichischen Apothekerverbandes zur Forcierung der "kontrollierten Selbstmedikation".

Hier den Spargedanken in den Vordergrund zu stellen sei fahrlässig. "Hinter vermeintlichen Bagatellerkrankungen verbergen sich häufig schwerwiegende Störungen, die unerkannt zu gravierenden Gesundheitsschäden führen können", so Wawrowsky. Krankheiten würden verniedlicht und sämtliche Bemühungen, die Patientensicherheit zu heben, ad absurdum geführt. "Solche Ideen tragen dazu bei, dass sich die Qualitätsspirale im Gesundheitswesen nach unten dreht. Ich kann nur eindringlich davor warnen", betonte der Chef der niedergelassenen Ärzte.

Man müsse im Sinne einer effizienten und zielgerichteten Behandlung daran festhalten, dass Beschwerden professionell abgeklärt werden, bevor therapeutische Schritte gesetzt werden. "Die ärztliche Expertise in Frage zu stellen ist der falsche Weg. Uns geht es nicht darum, möglichst viele Patienten in die Ordinationen zu locken, sondern darum, sie bestmöglich zu behandeln", so Wawrowsky. Bei leichten Beschwerden könnten Patienten ohnehin aus einer breiten Palette an rezeptfreien Medikamenten wählen, hielt der Kurienobmann abschließend fest. (zk)

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