Kadenbach: "Brauchen ein Moratorium für Nachkommen von geklonten Tieren"

Neun von zehn Klontieren sterben

Wien (OTS/SK) - Im Europäischen Parlament wird das Thema Klonfleisch derzeit heiß diskutiert, in den kommenden Tagen wird dazu ein neuer Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) präsentiert. Erste Details wurden bereits jetzt im Rahmen einer Fachtagung zu Klonfleisch im Europäischen Parlament bekannt. Das Parlament verhandelt derzeit eine Verordnung über "Neuartige Lebensmittel", Fleisch von geklonten Tieren und deren Nachkommen ist Teil des Gesetzesentwurfs. ****

Während das Klonen von Tieren für den Lebensmittelmarkt in der EU verboten ist, gibt es für die Nachkommen von Klontieren noch keine Regelung. Das Fleisch der "2. Generation" gilt nach dem derzeitigen Stand der Forschung als für den Verzehr unbedenklich. SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach ist dennoch ganz klar dagegen, dass dieses Fleisch auf die Teller der Europäer kommt. "Wir müssen an den Tierschutz denken", fordert Kadenbach und weist auf den aktuellen Stand der Forschung hin: Klontiere sind krankheitsanfälliger und sterben früher. Nur eines von zehn geklonten Schweinen oder Rindern überlebt länger als ein Jahr - bei gewöhnlicher Züchtung überleben neun von zehn Tieren. 50 bis 60 Prozent der Klontiere sterben noch im Mutterleib, weitere 30-40 Prozent in den ersten zwölf Monaten ihres Lebens.

Nachkommen von Klontieren entwickeln sich hingegen ganz normal. Dennoch spricht sich Karin Kadenbach für ein sofortiges Moratorium aus. "Für mich ist unerheblich, ob die zweite Generation gesund ist oder nicht. Tatsache ist, dass die erste Generation leidet. Klonen zum Zweck der Lebensmittelversorgung ist unethisch."

Damit trifft die Abgeordnete den Nerv der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger: Laut Eurobarometer sagen 69 Prozent, dass Klonen nicht ethisch sei. Zudem lehnt eine satte Mehrheit Fleisch und Milchprodukte von geklonten Tieren ab - selbst wenn erwiesen wäre, dass es keine Nebenwirkungen für die Gesundheit gibt. "Für mich ist die ablehnende Haltung ein klarer Auftrag", sagt Kadenbach, die an diesem Thema im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) arbeitet. "Wir müssen verhindern, dass Klonfleisch nach Europa kommt." (Schluss) up/mp

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