"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Hart, aber dumm"

Seltsame Wahlwerbung und verbale Entgleisungen sind ein politisches Problem.

Wien (OTS) - Freunde, Gesundheit, beruflicher Erfolg, Spaß - das alles ist der Jugend laut Studien wichtig. Bis zu den Parteien ist das offenbar nicht vorgedrungen. Sie setzen in der Jugend-Wahlwerbung nur auf Sex: Die JVP ist in Wien mit dem "Geil-o-mobil" unterwegs, Motto: "schwarz ist geil". "Mit Längen voraus" oder "Hart, aber herzlich" steht auf den Kondomen der jungen Blauen. Die Jung-Sozialisten wollen's "gefühlsecht".
Jugendlicher Übermut halt. Aber da sind auch die Älteren, die den Jüngeren in nichts nachstehen - weniger sexy, dafür sexistisch, diskriminierend, macho-mäßig und deftig. Wiens Bürgermeister Michael Häupl fragt, ob die "sudernde" Wissenschaftsministerin "wo ang'rennt ist". Dass er sich für die Wortwahl entschuldigt hat, macht's nicht ungeschehen. Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll nennt die Unterrichtsministerin ob ihrer politischen Wünsche einfach "herzig". Dass HC Straches Wahlkampfauftritte vor einem Boxring stattfinden und nur von markigen Sprüchen leben, regt niemanden mehr auf.
Das ist das Problem. Verbale Entgleisungen, dümmliche Werbung und Halb- bis Unwahrheiten gehören zur politischen Tagesordnung. Da gerät die Sachpolitik leicht in Vergessenheit. Warum wundert sich eigentlich noch jemand über den schlechten Ruf der Politik?

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